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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Der nach Burgund mit seinen Schätzen zurückgekehrte König Hugo (von Italien) stiftet das Kloster S. Petrus de Arlḝ (Montmajour?) und wird dort Mönch (ipse in Burgundiam cum omni thesauro suo et universis divitiis recessit [vgl. das vorige Reg.] ibique monasterium de propriis sumptibus ditissimum construens quod sanctus Petrus de Arlḝ nuncupatur, in eodem monachus est effectus).

Empfänger:
Kloster S. Petrus de Arlḝ (Montmajour?)

Überlieferung/Literatur

Chron. Casin. I, 61, ed. Hoffmann, S. 154 Z. 5 – 7, u., mit leichten Varianten, ebd., Z. 32 – 34.

Kommentar

Unklar ist, woher der Chronist des Klosters Montecassino, Leo Marsicanus († 1115), die detaillierten Nachrichten, die in den älteren italischen Quellen (aufgeführt bei Böhmer-Zielinski III, Nr. 2060 u. 2068) keine Parallele finden, genommen hat. – Daß es sich bei dem genannten Kloster um das Kloster Montmajour unweit von Arles handelt, dessen Anfänge vielleicht noch auf Hugo zurückgehen, nimmt mit guten Gründen Geary, Phantoms of Remembrance, bes. S. 139 – 142, an. Allgemein zur Geschichte des Klosters vgl. Poly, Provence, S. 69 – 72; Magnani Soares-Christen, Monastère, S. 98 – 160; Mazel, Comtes, S. 200 – 202. In Arles ist Hugo jedenfalls am 10. April 947 gestorben (Böhmer-Zielinski III, Nr. 2068, siehe unten Reg. 3052). In dem Reg. 2863 (Kommentar) erwähnten Sakramentar aus Arles (9. Jh.) findet sich (zum Ende der Exultet-Hymne) eine später hinzugefügte Randnotiz, die die österlichen Fürbitten auf … serenissimo Ugo regi nostro ausdehnt (BnF, Ms. lat. 2812, fol. 98r; vgl. Ladner, Portraits, S. 196; Geary, a.a.O., S. 138; Mazel, Horizons, S. 474). Ein provenzalisches Königtum Hugos im staatsrechtlichen Sinne wird man daraus kaum ablesen dürfen, wohl aber das fortwirkende liturgische Gedächtnis, das Hugo nach seinem Tod in Arles fand. – Daß bei dem Kloster S. Petrus de Arlḝ eine Verwechslung mit dem Kloster Saint-Pierre de Vienne vorliegt, das Hugo schon vor seinem Fortgang nach Italien wiederbegründet hatte (vgl. Böhmer-Zielinski III, Nr. 1479, 1743 u. 2068; siehe bes. Reg. 2863), ist eher unwahrscheinlich. – Vgl. noch Gingins, Mémoires Bourgogne-Jurane (1853), S. 217f.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 3049, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/dc80eceb-13e5-46b1-8a2c-ed39a9a098e4
(Abgerufen am 27.05.2017).