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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Karl (der Kahle) restituiert der (erzbischöflichen) Kirche von Lyon (Lugdunensis ecclesia) und ihrem Erzbischof Remigius, der ihm gegenüber die durch königliche Verleihung verschuldete Entfremdung von Kirchengütern beklagt hat (quasdam res pravorum invasioni a regibus esse concessas), auf Bitten des Grafen Odo (von Troyes) (Oddo illustris comes et nostrae fidelitatis strenuus exsecutor) die Villa Cangiacum (Changy) im Gau von Autun und die Villa Scopella (Écuelles) im Gau von Chalon (-sur-Saône). – Gebetswunsch pro nobis regnique nostri statu. – Ohne Eschatokoll.

Incipit:
Si circa loca
Empfänger:
(erzbischöflichen) Kirche von Lyon (Lugdunensis ecclesia) und ihrem Erzbischof Remigius

Überlieferung/Literatur

D KdK. 348.

Kommentar

Das ohne Eschatokoll nur in jüngerer Kopie überlieferte, im übrigen aber kanzleikonforme D 348 kann erst nach dem Tod Lothars II. am 8. August 869 (Reg. 2605) ausgestellt worden sein, möglicherweise während des Aufenthalts Karls des Kahlen in Lyon Ende November 870 (vgl. Reg. 2630) oder im Januar 871, als der Hof auf dem Rückweg von Vienne (Reg. 2635) wohl abermals Lyon passiert haben dürfte; vgl. Tessier, Vorbemerkung. Levillain, Eudes, S. 160 – 162, hat vermutet, daß ein Zusammenhang besteht mit der im Auftrag Karls des Kahlen erfolgten Mission des Grafen Odo von Troyes bei Erzbischof Ado von Vienne im September 869 (Reg. 2606). Sicherer Terminus ante ist der Tod des Grafen Odo spätestens am 10. August 871; vgl. Levillain, a.a.O., S. 155 Anm. 1; Lot, Fidèles, S. 149 Anm. 2; Krah, Absetzungsverfahren, S. 108 – 112, bes. S. 112. – Zur Sache und zu der für Lyon typischen Überlieferung vgl. Regg. 25432546, im größeren Zusammenhang siehe Schieffer, Lyon, S. 3, 15f. Zur Identifizierung der beiden Villae neben Tessier, a.a.O., S. 274 Anm. 1 – 2, auch Guigue, Possessions, S. 15f., 18 u. passim. Zu weiteren Urkunden Karls des Kahlen für Lyon vgl. Regg. 2640, 2645 u. 2691. – Am 8. Juni 871 hat Karl der Kahle in Servais zugunsten des Adelard, eines Neffen des Hevrard, über Besitzungen in der Grafschaft Mâcon (in der Villa Sennecé-les-Mâcon) geurkundet (D KdK. 347). Zu den Personen vgl. Chaume, Études, S. 285 – 287.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2638, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/d4cca1a2-f90f-42b0-ab74-9ab3413d66f8
(Abgerufen am 28.04.2017).