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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Konrad, der (minderjährige) Sohn des verstorbenen Königs Rudolf (II. von Hochburgund), wird auf heimtückische Weise gefangengesetzt und an den Hof König Ottos (des Großen) gebracht.

Überlieferung/Literatur

Flodoard, Annales a. 940, Lauer, S. 78: (Otto der Große bei seinem Burgundzug des Jahres 940, vgl. Reg. 3034) habens secum Conradum filium Rodulphi regis Iurensis, quam iam dudum dolo captum sibique adductum retinebat. Vgl. Widukind, Res gestae Saxonicae II, c. 35, ed. Hirsch, S. 94: Rex … abiit in Burgundiam, regem cum regno in suam accepit potestatem.

Kommentar

Der Zeitpunkt und die genauen Umstände der Aufnahme Konrads am ostfränkischen Hof, wobei anscheinend nicht alles mit rechten Dingen zuging, sind ungeklärt. Daß sich Konrad in Colombier noch am Hof seiner Mutter aufhielt, ist eher unwahrscheinlich. Möglicherweise war er vorher von Berta in Sicherheit gebracht worden, um ihn dem Zugriff Hugos zu entziehen. Demotz, Bourgogne, S. 234, vermutet, daß die Verbringung Konrads an den ostfränkischen Hof dem Treffen von Colombier voraufging, ja, Berta überhaupt erst veranlaßt habe, sich mit Hugo zu verbinden. Im Ergebnis wurde Konrad jedenfalls dem möglichen Einfluß Hugos von Italien, der vielleicht eine Art Regentschaft angestrebt hatte, entzogen. Vgl. bes. Poupardin, Provence, S. 238; Poupardin, Le royaume, S. 70f.; Fournial, Souveraineté, S. 427f.; Brühl, Deutschland-Frankreich, S. 484f. – Allgemein zur frühen Burgund- und Italienpolitik Ottos des Großen siehe auch Zielinski, Erben, bes. S. 780; Ders., Der Weg nach Rom, bes. S. 103f.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 3031, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/d0f1e977-399d-4a09-8308-3d55f0b19115
(Abgerufen am 24.04.2017).