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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Ludwig überträgt (concederemus) Magnus, dem Abt der Kirche Notre-Dame et Saint-Victor in Marseille (abati eclesiḝ Dei genitricis Mariḝ et gloriosi martiris Victoris, cuius corpus in Massilia urbe requiescit), seinem Getreuen, zu seinem und seiner Angehörigen (parentes) Seelenheil auf Bitten des Erzbischofs (metropolita) Rostagnus (von Arles) und des Grafen Teutbert iure perpetuo den Fiskus Pinus mit Salinen, Fischplätzen, dem Hafen (cum salinis et piscationibus et portu navium) und allem sonstigen Zubehör im Comitat von Marseille im (Ort) Paradisus (in comitatu Massiliensi qui vulgo Paradisus nominatur) in genau bezeichneter Lage mit dem Grafenland vor dem Tor des Castrum (cum terra comitali ante portam castri). – Arnulfus. – M.

Originaldatierung:
.XI. Kal. Mai., Arelate – a. inc. 904, Ind. 7, a. imp. 4.
Incipit:
Omnium fidelium
Empfänger:
Magnus, dem Abt der Kirche Notre-Dame et Saint-Victor in Marseille

Überlieferung/Literatur

Kopie: Marseille, Arch. dép. des Bouches-du-Rhône, Grand cartulaire de Saint-Victor de Marseille, 12. Jh., fol. 2v n. 10 (C); München, MGH-Archiv A 116, undatierte Kopie W. Arndt (1868) und weitere undatierte Kopie L. Bethmann (1840, vgl. Archiv Geschichtskunde 8, S. 59), aus C.

Drucke: Martène-Durand, Collectio, I, Sp. 262 – 263, aus Kopie von C = Bouquet, Recueil 9, Nr. 12 S. 682 – 683; Guérard, Cartulaire de Saint-Victor de Marseille I, Nr. 10 S. 11, aus C; Prou-Poupardin, Recueil, Nr. 45 S. 83 – 84.

Regg.: B 1473; Bréquigny, Diplomata, I, S. 364; Gallia christiana novissima, III, Nr. 236 Sp. 96; Chevalier, Regeste Dauphinois, Nr. 979. – Auch erwähnt Gallia christiana, I, Sp. 548; Mermet, Histoire de Vienne, S. 271.

Kommentar

Die Datierungsangaben stimmen zu April 904 überein. – Arles als Ausstellort kommt sonst nicht vor. – Zur Überlieferung siehe Zerner, Grand Cartulaire. – D 44 gehört zu jener durch enge Formularverwandtschaft gekennzeichneten Urkundengruppe der Jahre 902 bis 904 (DD 41 – 45), die alle vom Notar und Kanzler Arnulf rekognosziert und wohl auch konzipiert wurden; vgl. zuletzt D 44 (Reg. 2921). Die ungewöhnliche Rekognitionsformel in C: Signum Arnulfus recognovit et subscripsit, wird verderbt und wahrscheinlich gekürzt ins Chartular eingetragen sein (Arnulf führt sonst stets den Titel eines Notars oder Kanzlers). Mit Signum hat der Kopist wohl jenes graphische Zeichen gemeint, das in dem im Original überlieferten D 44 (Reg. 2921) die Rekognitionsformel des Arnulf einleitet und die Funktion eines Chrismon hat. – Bei Magnus könnte es sich um den sonst nicht bekannten (vgl. Duchesne, Fastes I, S. 277) damaligen Bischof von Marseille handeln, der, wenn diese Vermutung zutrifft, gleichzeitig Abt des Klosters Saint-Victor vor den Mauern der Stadt war. Das Nebeneinander von Kloster (Kollegiatkirche) Saint-Victor und Kathedrale Notre-Dame im 9./10. Jahrhundert ist im einzelnen unklar, doch scheint der Bischof zeitweilig in Saint-Victor residiert zu haben; vgl. Art. Marseille, in LexMA VI, Sp. 326 – 329, bes. Sp. 326 (F. Reynaud); Schieffer, Vorbemerkung zu D Burg. 153. Vgl. noch Baratier, Fondation, S. 396f.; Labande, Marseille, S. 317 – 319. – Zur Örtlichkeit Pinus, die in unmittelbarer Nähe von Marseille am Fuß des Berges Garde zu suchen ist, siehe Poupardin, Provence, S. 191 Anm. 5. Zum zugehörigen Hafen vgl. Ganshof, Ports, S. 35. – Erzbischof Rostagnus von Arles ist zuletzt in D 42 (Reg. 2919) als Petent begegnet, auch dort zusammen mit dem Grafen Teutbert von Avignon. – Vgl. noch Poupardin, Provence, S. 191; Manteyer, Provence, S. 463.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2922, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/cb3ebc7f-3142-4e9b-b814-648beeb2c2d0
(Abgerufen am 26.05.2017).