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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Das Heer der (westfränkischen) Karolinger, dem sich unterdessen Karl (III. von Ostfranken) angeschlossen hat (sociatoque sibi Karolo rege), beginnt mit der Belagerung von Vienne (Bosonem in Vienna civitate incluserunt [Ann. Vedast.]), das von Boso, der sich dort zusammen mit seiner Gemahlin und seiner Tochter aufhält (Ann. Bertin.), stark befestigt worden ist (ille se firmissime intus munivit [Ann. Vedast.]).

Überlieferung/Literatur

Ann. Vedast. a. 880, ed. v. Simson, S. 47; Ann. Bertin. a. 880, ed. Grat, Annales Bertiani, S. 243 (mit starken Abweichungen).

Reg.: BM2, Nr. 1604b.

Vgl. Chevalier, Regeste Dauphinois, Nr. 834.

Kommentar

Im Unterschied zu dem Bericht in den Ann. Vedast. hätte Boso nach den Ann. Bertin. Vienne beim Anrücken der Karolinger verlassen und sei in die Berge geflüchtet, während Gemahlin und Tochter nebst dem Großteil seiner Gefolgsleute in Vienne zurückgeblieben seien: pergentes simul Karolus, Hludouvicus et Karlomannus ad obsidendam Viennam, in qua Boso uxorem suam cum filia et magnam partem de suis hominibus relinquens, fugam ad montana quaedam arripuit. Während Dümmler, Geschichte III2, S. 146, den Ann. Bertin. größere Glaubwürdigkeit einräumt, hat Poupardin, Provence, S. 123 – 125, überzeugende Gründe dafür aufgezählt, den auch sonst gut unterrichteten Ann. Vedast. den Vorzug zu geben. Für die Glaubwürdigkeit des dortigen Annalisten sprechen nicht zuletzt die im folgenden regestierten Details.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2775, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/c86915cd-7599-4291-8a0c-fd30c13e98ae
(Abgerufen am 25.04.2017).