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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Ludwig restituiert (restituere deberemus ... largimur ... concedimus) dem Bistum Uzès unter Bischof Amelius (Amelius Ucetiae civitatis venerabilis episcopus ... s. Theodorito et Ucetiae sedi) eingedenk seines treuen Dienstes (propter fidelitatem maximam devotissimumque animum ac strenuum in omnibus servitium) auf dessen Bitten zahlreiche inner- und außerhalb der Stadt liegende Kirchen in genannter Lage, die dem Bistum quorumdam cupiditate entfremdet worden waren, mit allen Pertinentien zu freiem Eigen (iure hereditario ... iure proprietatis). – Arnulfus ad vicem Barnuini archiep. atque archicanc. – a. inc. 896, a. r. 6, Ind. 15.

Incipit:
Postquam a saeculo
Empfänger:
Bistum Uzès unter Bischof Amelius

Überlieferung/Literatur

Keine handschriftliche Überlieferung.

Drucke: Devic /Vaissète, Languedoc,1 II, Preuves, Nr. 16 Sp. 30 – 31 = II2, Preuves, Nr. 137 Sp. 691 – 692 = V3, Preuves, Nr. 16 Sp. 90 – 92, aus dem Archiv der Kirche von Uzès; Gallia christiana, VI, Instrumenta, Nr. 1 Sp. 293 – 294, „ex autographo“ = Bouquet, Recueil 9, Nr. 5 S. 678; Prou-Poupardin, Recueil, Nr. 34 S. 62 – 64.

Regg.: B 1452; Bréquigny, Diplomata, I, S. 352; Chevalier, Regeste Dauphinois, Nr. 922.

Erwähnt schon von Terrebasse, Boson, S. 188f.

Kommentar

Zur Datierung vgl. die vorige Urkunde. – Zu Orange, als Ausstellort nur hier bezeugt (Saint-Florent ist nicht die Kathedrale, die ein Marienpatrozinium hat), siehe schon Reg. 2541. Uzès (Kirchenprovinz Narbonne) mit seiner Kathedrale Saint-Théodorit, etwa 40 km westlich von Orange auf dem rechten Ufer der Rhône, fiel nach dem Tod Ludwigs des Blinden bald an das westfränkische Reich (wohl schon unter König Rudolf von Westfranken, siehe D Raoul Dep. 30); vgl. Rochetin, Uzès (speziell zu den hier genannten Kirchen ebd., S. 251 – 262, mit Zitaten aus unserem Stück); Béraud, Uzès; Elzière, Note, S. 413f. Knappe Übersicht auch Lex.MA VIII, Sp. 1358 – 1360 (I. Dion). – Bischof Amelius ist noch Empfänger des D Prov. 43/Reg. 2920 (903 September, mit anderem Rechtsinhalt) und eines Schreibens des Papstes Sergius III. wohl von von 904 (Reg. 2925). Er wird auch zwischen 898 und 909 als Teilnehmer von zwei Provinzialsynoden der Provinz Narbonne und einer Synode mit Teilnehmern aus mehreren Kirchenprovinzen, die in Septimanien tagte, genannt; vgl. Schröder, Synoden, Nr. 15 S. 146 – 149, Nr. 16 S. 150 – 153, Nr. 28 S. 186 – 189. – Ältere Urkunden für das Bistum sind nicht erhalten, wie überhaupt die Quellenlage für Uzès vor dem 11. Jahrhundert außerordentlich dürftig ist; vgl. Gallia christiana, VI, Sp.608ff., ebd., Instrumenta, Sp. 293ff. – Unser Stück, mit umfangreicher, in der Wortwahl aber nicht zu beanstandender Arenga (Hausmann/Gawlik, Arengenverzeichnis, Nr. 1525), ist wieder vom Notar Arnulf (sein nur hier fehlender Notarstitel geht vielleicht auf Kosten der Überlieferung) ad vicem Bernuins von Vienne rekognosziert und mit einem für ihn typischen Formularrahmen konzipiert worden (zur Intitulatio vgl. DD 29 u. 30 = Regg. 2878 u. 2889, zur Corroboratio siehe DD 32 u. 35 = Regg. 2893 u. 2895); das Actum scheint unvollständig überliefert zu sein (es fehlt zum Schluß [nach anno .VI.] regnante Ludovico glorioso [serenissimo]rege). Weniger deutlich tritt sein Diktat in den formelhaften Teilen des Kontextes hervor (Promulgatio, Petitio, Beginn der Dispositio mit den Verba dispositiva, Pertinenzformel), die möglicherweise auf Benutzung einer unbekannten Vorlage schließen lassen.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2896, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/c8290959-a55c-48b0-9f21-4fabcd16ff47
(Abgerufen am 14.12.2017).