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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Karl (der Kahle) restituiert der (erzbischöflichen) Kirche von Lyon unter Erzbischof Remigius (carissimus nobis archiepiscopus) auf dessen Bitte die unter seinen Vorgängern durch Nachlässigkeit entfremdete Villa Mons Aureus im Gau von Chalon (-sur-Saône), die gegenwärtig sein ministerialis Lambert zu Lehen innehat, mit der Einschränkung, daß Lambert die Villa Zeit seines Lebens zu Nießbrauch behalten darf, dafür aber der Kirche von Lyon jährlich nona et decima schuldet – dies alles unter der Maßgabe, daß die Kirche von Lyon umfangreiche Gedächtnisleistungen für Karls Eltern, Kaiser Ludwig (den Frommen) und die Kaiserin Judith, für seine verstorbene Gemahlin Irmintrud, seine gegenwärtige Gemahlin Richilde und für ihn selbst übernimmt. – Ohne Eschatokoll.

Empfänger:
(erzbischöflichen) Kirche von Lyon unter Erzbischof Remigius

Überlieferung/Literatur

D KdK. 355.

Kommentar

Das ohne Eschatokoll nur in jüngerer Kopie überlieferte D 355 (vgl. zuletzt D 348, Reg. 2638) muß zwischen Ende Januar 870 (nach der Heirat Karls des Kahlen mit Richilde, siehe Reg. 2618) und Ende Oktober 875 (Tod des Remigius am 28. Oktober 875) ausgestellt worden sein. Wegen einiger auffälliger Diktatübereinstimmungen, die D 355 mit D 353, gegeben am 30. Oktober 871 in Champlitte nordwestlich von Besançon, verbinden, hat Tessier eine etwa gleichzeitige Ausstellung der beiden Stücke vermutet. – Zum Empfänger und zur Überlieferung vgl. zuletzt Reg. 2638, unter der dort genannten Literatur siehe bes. Schieffer, Lyon, S. 3, 15f. – Die Identifizierung der Villa Mons Aureus ist nicht gesichert: Tessier, ed. cit., S. 288 Anm. 1. – Am 1. November 871 hat Karl der Kahle der Kirche von Besançon unter Erzbischof Hartwig an dessem Sitz umfängliche Rechte, darunter das Münzrecht, verliehen (D 354). Hartwig war zusammen mit Remigius von Lyon auf der Synode von Douzy (Reg. 2639) zugegen, was zu der Vermutung Anlaß gibt, daß die königlichen Gunsterweise für Lyon und Besançon damit im Zusammenhang stehen. Ursache für den Zug Karls des Kahlen nach Besançon war das Gerücht, daß Kaiser Ludwig II. von Italien gestorben sei; vgl. Böhmer-Zielinski I, Nr. 328 (Kommentar).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2640, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/c7ef3e7e-980c-40c9-9aa2-d0bdacc847d3
(Abgerufen am 18.10.2017).