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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Fränkische (Teilreichs-) Synode: Auf einer im Beisein Lothars (II.) von den päpstlichen Legaten Radoald von Porto und Johannes von Cervia geleiteten Synode, zu der der lotharingische Episkopat unter Führung der Erzbischöfe Theutgaud von Trier und Gunthar von Köln zusammengekommen ist, wird die Gemahlin Lothars (II.), Theutberga, in Abwesenheit wegen Ehebruchs neuerlich verurteilt und die Verbindung des Königs mit Waldrada als rechtmäßige Ehe anerkannt.

Überlieferung/Literatur

Synode (synodus), ed. Hartmann, MGH Conc. 4, Nr. 14 S. 134 – 138 (aus indirekter Überlieferung).

Reg. (Auswahl): BM2, Nr. 1302a.

Kommentar

Ob überhaupt und wenn ja, in welchem Umfang der Episkopat des Regnum Provinciae mit den Erzbischöfen von Vienne und Lyon an seiner Spitze auf der ganz vom lotharingischen Episkopat dominierten Synode, von der wir nur aus indirekten Nachrichten erfahren, zugegen war, ist unklar. Die Quellen sind weitgehend unergiebig. Bei Adventius von Metz heißt es zum Teilnehmerkreis: rex Hlotharius cum universo primatum suorum nobiliumque consiliatorum comitatus (hier zit. nach Hartmann, a.a.O., S. 136 Z. 22f.). In den Ann. Fuld. a. 860 lesen wir: In regno quoque Hlutharii ... synodus in Mettis collecta est omnium episcoporum eius praeter Hungarium Traiectensem (Hungar von Utrecht, Hartmann, a.a.O., S. 137 Z. 42f. – S. 138 Z. 1). Aus Italien ist nur Bischof Hagano von Bergamo bezeugt: ebd., S. 137 Z. 39f. Als Vertreter der Anfang Mai wohl in Mantaille im Teilungsvertrag (Reg. 2555) von Lothar II. hinzu gewonnenenen Gebiete des Regnum Provinciae war vielleicht Remigius von Lyon zugegen, um den sich Lothar II. damals sehr bemüht hat (Regg. 2557 u. 2558), kaum aber Ado von Vienne, der in der Auseinandersetzung zwischen König und Papst eine papstfreundliche Haltung eingenommen haben wird (vgl. bes. Regg. 2565, 2568 2575 u. 2587). Überhaupt scheint sich der Episkopat des Regnum Provinciae aus dem Konflikt weitgehend herausgehalten zu haben. – Allgemein zum Ehestreit Lothars II., auf den hier nicht näher einzugehen ist, vgl. die Übersicht von Böhringer, Einleitung ( MGH Conc. 4, Suppl. I), bes. S. 1 – 20. Unter der reichen Literatur zur Metzer Synode (Hartmann, a.a.O., S. 135) siehe bes. Dümmler, Geschichte II2, S. 64 – 68; Parisot, Lorraine, S. 228 – 232; Hartmann, Synoden, S. 280 – 282.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2561, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/c6e59780-8373-4b00-9a26-fc10a9d9b35e
(Abgerufen am 25.03.2017).