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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Ludwig heiratet (?) Anna, die Tochter Kaiser Leons VI. von Byzanz.

Überlieferung/Literatur

Erwähnt im Schreiben des Patriarchen Nikolaos Mystikos an Papst Anastasius III. (911 – 913), Migne, PG 111, Sp. 197 Nr. 32.

Regg.: Grumel, Regestes I/2, Nr. 635; Böhmer-Zielinski II, Nr. 1300A.

Kommentar

Mit der angeblichen Heirat Ludwigs mit einer byzantinischen Prinzessin haben sich neuerdings zwei ausführliche Studien befaßt, auf die hier zu verweisen ist. Während Kresten, Zur angeblichen Heirat, eine solche (gegen die ältere Literatur, siehe bes. Previté Orton, Charles Constantine; Ohnsorge, Abendland u. Byzanz, S. 228 – 232, 247f.; Ders., Konstantinopel u. der Okzident, S. 173 – 175; Hiestand, Byzanz, S. 92 – 99; Hlawitschka, Verbindungen (1988), S. 31 – 33, 42f.; Böhmer-Zielinski II, Nr. 1300A) für ganz unwahrscheinlich hält und allenfalls eine Verlobung zugestehen will, glaubt Settipani, Continuité, bes. S. 286 – 307, in Auseinandersetzung mit Kresten, daß eine solche Ehe, aus der Ludwigs Sohn Karl Konstantin hervorgegangen sei, tatsächlich zustande gekommen sei. Unstrittig ist, daß es um 900 Verhandlungen zwischen Ludwig und Byzanz über eine Eheschließung gegeben hat. Ob es dazu kam oder nicht, nach dem Rückzug Ludwigs aus Italien (etwa im Juni 902, vgl. das folgende Reg.) müssen alle darauf gründenden Hoffnungen und Pläne obsolet geworden sein. Der älteste Sohn Ludwigs des Blinden, Karl Konstantin, hatte später keine Aussichten auf die Nachfolge im Reich seines Vaters und ist Graf von Vienne geblieben (vgl. bes. Regg. 3008 u. 3035). Das weitere Schicksal der Anna ist ganz dunkel. Erst im Jahre 915 läßt sich eine (zweite?) Gemahlin Ludwigs nachweisen, Adelheid (Reg. 2948). – Vgl. noch Hartmann, Geschichte III/2, S. 179f.; Gay, L’Italie méridionale. S. 153f.; Hofmeister, Deutschland und Burgund, S. 38 Anm. 2; Brühl, Deutschland, S. 516 – 518; Martin, Cérémonies, S. 640 m. Anm. 177; Offergeld, Reges pueri, S. 513; Bougard, Supponides, S. 398.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2910, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/c32a0dec-bc68-4243-9bb0-e9a380d2e72b
(Abgerufen am 24.01.2017).