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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Ludwig schenkt (donamus et perfecte firmamus) der (bischöflichen) Kirche von Apt (sedem Attensis ecclesiae ... in honore et veneratione s. Dei genitricis Mariae et b. Castoris egregii confessoris), die durch Überfälle von Heiden und üblen Christen schwer gelitten hat (variis casibus tam Paganorum quam etiam nequam Christianorum adnihilatam), auf Bitten seines Getreuen, des Grafen Teutbert, zu dessen Comitat die Kirche gehört (ipsius scilicet comitatus), nach dem Beispiel seiner Vorgänger (more decessorum regum qui ante nos fuerunt) den Ort (locus) Monasteriolum mit den dort errichteten Kirchen Saint-Pierre und Saint-Martin sowie allen Pertinentien. – Arnulfus notarius ad vicem Bernuini archiep. et archicanc. – M.

Originaldatierung:
– a. inc. 896, a. r. 6, Ind. 14.
Incipit:
Dum votis
Empfänger:
(bischöflichen) Kirche von Apt

Überlieferung/Literatur

Kopien: Lyon, Bibl. Municipale, Ms. 193 (früher 121), fol. 23 – 24, Abschrift Pierre-Marc-Antoine Grossy († 1687), 2. Hälfte 17. Jh., nach dem verlorenen Chartular von Apt um 1125 (Vérité, Répertoire [I], Annexe 5), vgl. Archiv Geschichtskunde 7, S. 211 (E).

Drucke: Bouche, Provence, I, S. 774, „d’après les chartes conservées à Apt chez M. de Grossy“ (Auszüge, vgl. Poli, Cartulaire d'Apt, S. 5f.); Bouquet, Recueil 9, Nr. 3 Sp. 676 – 677, „ex archivis“ der Kirche von Apt = Gallia christiana novissima, I, Instrumenta, Nr. 2 Sp. 128; Prou-Poupardin, Recueil, Nr. 33 S. 61 – 62, 128; Didier, Cartulaire d'Apt, Nr. 6 S. 97 – 98.

Regg.: B 1450; Bréquigny, Diplomata, I, S. 353; Chevalier, Regeste Dauphinois, Nr. 921; Poli, a.a.O., Nr. 1 S. 6f.; Mazel, Cartulaires cathédraux, Annexe II, S. 87 Nr. 1.

Vgl. schon Mermet, Histoire de Vienne, S. 266f.; Terrebasse, Boson, S. 187f.

Kommentar

Bei dem Monasterium Curpetratensium/Carpentratensium handelt es sich vielleicht um das bei der Kathedrale angesiedelte Domstift. Zum Bistum Carpentras vgl. im übrigen schon D †14 (Reg. 2539). – Eine Tagesangabe fehlt zuletzt auch in D 32/Reg. 2893, doch stimmen diesmal im Unterschied zu D 32 Königsjahr und Indiktion überein. Vgl. auch Manteyer, Provence, S. 456 – 460 passim. – Die Lyoneser Handschrift 193 (E) diente der Edition durch Didier/Dubled/Barruol, a.a.O., als Basis (dort mit der Sigle B 1 bezeichnet; vgl. ebd., S. 26). Zu zahlreichen jüngeren Kopien unseres Textes, die direkt oder indirekt auf das verlorene Chartular zurückgehen und nur unbedeutende Varianten bieten, vgl. ebd., S. 97, sowie die (von Dubled vorgenommene) Handschriftenbeschreibung mit einem Stemma, das zehn Handschriften berücksichtigt, ebd., S. 25 – 29 (überholt dadurch Prou-Poupardin, Recueil, S. 61, 128). Siehe auch Mazel, Cartulaires cathédraux, bes. S. 72. Die kleineren Korruptelen des Textes, die nicht alle von Poupardin vermerkt wurden, gehen sicherlich auf Kosten der Überlieferung. – Zum Notar Arnulf siehe schon D 32 (Reg. 2893). Das einfache Formular ist in Protokoll und Eschatokoll charakteristisch für die von ihm rekognoszierten (und wohl auch konzipierten) Urkunden. Mit D 32 verbindet unser Stück neben Invocatio und (neuer) Intitulatio vor allem auch die Corroboratio sowie die Datierung mit fehlender Unterscheidung zwischen Actum und Datum; das sprachlich nicht sonderlich elegante Actum est hoc praeceptum ist (genauso wie die hier wieder fehlende Apprecatio) geradezu typisch für die von Arnulf vor der Kaiserkrönung Ludwigs des Blinden rekognoszierten Urkunden; vgl. DD 34 – 37 (Regg. 2896, 2895, 2901, 2905) u. passim. – Allgemein zum Bistum Apt (Kirchenprovinz Arles) vgl. Didier, Cartulaire d'Apt, Introduction, bes. S. 13 – 23 (Barruol), S. 33 – 62 (Dubled). Wer um 900 Bischof von Apt war, ist nicht bekannt (Barruol, a.a.O., S. 22f.). Da in unserem D 33 kein Bischof genannt wird, war die Kirche damals vielleicht vakant. – Graf Teutbert ist schon unter Boso als eine Art „Großgraf“ bezeugt (Reg. 2796). 890 ist er in der Umgebung der Königin Irmingard nachweisbar (D Prov. 28/Reg. 2857; vgl. auch Regg. 2865 u. 2866); vgl. Poupardin, Provence, S. 160, 203f.; Manteyer, Provence, S. 95f. – Bei den im Text erwähnten heidnischen Überfällen hat man wohl an die Sarazenen in Fraxinetum zu denken; vgl. Gingins-la-Sarraz, Archiv Geschichtskunde 8, S. 35 – 37; Poupardin, Provence, S. 250f.; siehe auch Böhmer-Zielinski III, Nr.1572, 1647 u. passim. – Der Ort Monasteriolum ist nicht identifiziert.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2894, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/bf7c00ba-5165-4bb2-b613-54313a8116ce
(Abgerufen am 20.07.2017).