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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Hugo Abbas, der (im Auftrag Karlmanns II. von Westfranken) mit ungenannten Gefolgsleuten (quibusdam sociis secum assumptis) den Hoftag (placitum) Karls (III.) in Worms besucht, bemüht sich vergeblich darum (unde nil certi obtinuit), von jenem, wie dieser einst versprochen (sicut ipse Karolus olim promiserat), die Rückgabe jenes Reichsteils (das westliche Lotharingien) an Karlmann (II.) zu erlangen, den sein (Karls) Bruder Ludwig (der Jüngere von Ostfranken) pachtweise erhalten hatte (pro petitione partis regni quam frater suus Hludovvicus in locarium acceperat, ut ... Karlomanno restitueret).

Überlieferung/Literatur

Ann. Bertin. a. 882, ed. Grat, Annales Bertiani, S. 249.

Reg.: BM2, Nr. 1640a.

Kommentar

Das angebliche Versprechen Karls III. könnte mit den Eiden zusammenhängen, die die Karolinger bei der Belagerung Viennes 880 ausgetauscht hatten (Reg. 2777). Daß mit Ludwig, der den fraglichen Reichsteil in locarium erhalten hatte, der verstorbene Ludwig III. von Westfranken gemeint sei (und nicht Ludwig der Jüngere von Ostfranken), nimmt – der Übersetzung von Nelson, Annals, S. 223 – 225, folgend – MacLean, Response, S. 33f., an. Vgl. im übrigen Dümmler, Geschichte III2, S. 206 – 208; Poupardin, Provence, S. 132; Hlawitschka, Lotharingien, S. 92 in Anm.; Bautier, Origines, S. 63. – Die Abwesenheit des führenden westfränkischen Großen um Hugo Abbas nutzten die Normannen zu einem neuerlichen Einfall in Westfranken, in dessen Verlauf auch Hinkmar von Reims zur Flucht nach Epernay gezwungen wurde. Seine Annalen (Ann. Bertin.) enden mit diesem Normanneneinfall, wodurch das weitere Schicksal Bosos weitgehend im Dunkeln bleibt; vgl. bes. das folgende Reg.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2808, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/b7280ade-2712-472e-b718-f345d44979b4
(Abgerufen am 25.03.2017).