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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Karl (III.) von Ostfranken, der sich seit Ende Oktober 879 in Oberitalien aufhält (Böhmer-Zielinski I, Nr. 591), läßt die Güter des Erzbistums Besançon okkupieren und bringt seine Herrschaft in Lausanne zur Geltung.

Überlieferung/Literatur

Vgl. die im folgenden regestierten Schreiben Papst Johannes’ VIII. (Regg. 27662768).

Kommentar

Karl III., dem seit den Verträgen von Fourons und Verdun (Regg. 2724 u. 2739) nicht nur die Erzdiözese Besançon, sondern auch das Lyonnais, das Viennois, das Uzège und das Sermorens formal unterstand (vgl. Poupardin, Provence, S. 115f., 132f.), mußte genauso wie die westfränkischen Könige, die das Vordringen Bosos auf dem rechten Rhôneufer (Reg. 2759) alarmiert haben wird, ein großes Interesse an der Niederwerfung Bosos haben, auch wenn dieses Motiv für das Handeln des ostfränkischen Königs und künftigen Kaisers (Reg. 2780) im Zusammenhang mit den genannten Maßnahmen nirgendwo erwähnt wird; vgl. Poupardin, Provence, S. 117 – 120; Bautier, Origines, S. 56f. – Möglicherweise schon bei seinem Fortgang aus Italien im Mai 880 (Böhmer-Zielinski I, Nr. 621) könnte Karl III. die Kaiserin Angilberga, die Schwiegermutter Bosos, mit sich in Gefangenschaft geführt haben; vgl. Böhmer-Zielinski I, Nr. 648; siehe auch Regg. 2780 u. 2782. Inwieweit er auch die Besetzung ihrer Güter in Italien veranlaßt oder gebilligt hat, die Papst Johannes VIII. schon im Oktober 879 in einem Schreiben an Bischof Noting von Novara beklagt (Böhmer-Zielinski I, Nr. 588, Kommentar), ist unklar. Vgl. auch Böhmer-Zielinski I, Nr. 622. – Vgl. noch Dümmler, Geschichte III2, S. 181 u. passim.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2762, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/b076a93e-7db3-4e4e-938a-f8e20a374a33
(Abgerufen am 23.07.2017).