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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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König Konrad (von Burgund) tritt seine Herrschaft im (hochburgundischen) Reich seines Vaters an.

Überlieferung/Literatur

Keine direkten Nachrichten. – Zu erschließen aus D Burg. 64, einer auf Befehl und mit Einwilligung Konrads (iubente et consentiente domno nostro Chuonrado excellentissimo rege) von Propst Meinerius und den Fratres von Saint-Maurice d’Agaune ausgestellten Leiheurkunde (prestaria) zugunsten des Grafen Alberich (von Mâcon) und seiner Söhne über Güter im Gau Varais in der Grafschaft Escuens. – Ego Eynricus notarius hanc prestariam scripsi, datavi die Dominico .V. Non. Iul. (3. Juli [942]), anno quinto regnante domno Chuonrado rege. – Maßgebl. Druck: D Burg. 64.

Regg.: Chevalier, Regeste Dauphinois, Nr. 1155; Forel, Régeste, Nr. 146; Dufour, Nr. 36.

Kommentar

Wegen der genauen Tagesdatierung ist die Charta – vom Typ her eine mit Zustimmung Konrads (als Eigenkirchenherr von Saint-Maurice) ausgestellte Präkarieurkunde (sogen. Konsensakt) und daher wie die zahlreichen vergleichbaren Chartae von Schieffer in die Edition der Rudolfingerurkunden aufgenommen (vgl. Ders., Einleitung, S. 36) – eindeutig dem 3. Juli 942 zuzuordnen. Zu diesem Zeitpunkt muß Konrad, der zuletzt im Hochsommer 940 im Heer Ottos des Großen im westfränkischen Herzogtum Burgund bezeugt ist (Reg. 3034) – wo er sich im Juli 942 aufhielt, ist nicht bekannt – , seine Herrschaft im hochburgundischen Regnum seines Vaters angetreten haben, wobei sein Königtum von vornherein auch in den Gebieten westlich des Jura anerkannt gewesen zu sein scheint (zum Escuens um Salins und Lons-le-Saunier im Dép. Jura siehe Demotz, Bourgogne, S. 93f. u. passim); vgl. Schieffer, Einleitung, S. 14. Wann genau und unter welchen Umständen der Herrschaftsantritt Konrads aber erfolgte, ist unklar; vgl. Mayer, Alpen und Burgund, S. 69f.; Mayer, Rundschreiben, S. 512f.; Hlawitschka, Verbindungen (1988), S. 49 (S. 290); Hlawitschka, Königsherrschaft, S. 448ff. (S. 303ff.); Pokorny, Promissio aus Belley, S. 50f.; Schilling, Guido von Vienne, S. 50. – Wie die der Datierung zugrundeliegende Epoche zeigt, haben die Notare, die die Urkunden für Saint-Maurice d’Agaune, die traditionsreiche Hausabtei und Grabeskirche der Rudolfinger (vgl. Zufferey, Saint-Maurice,), geschrieben haben, den Beginn von Konrads Königtums vom Tod seines Vaters Rudolf II. an gerechnet (11./13. Juli 937, siehe Reg. 3024). Auch in den Diplomen Konrads, die ein Jahr später einsetzen (Reg. 3043), herrscht diese Epoche vor (Schieffer, Einleitung, S. 53f.). Was die gewöhnlichen Chartae betrifft, lassen sich in den einzelnen Gebieten, sofern überhaupt nachprüfbar, ganz unterschiedliche Epochen belegen; vgl. Regg. 30373040. Um 942 scheint Konrad aber auch schon in dem hier besonders interessierenden Viennois und Lyonnais, wo bislang nach Ludwig IV. von Westfranken datiert wurde, anerkannt gewesen zu sein; vgl. Hofmeister, Deutschland und Burgund, S. 60f., 75ff.; Fournial, Souveraineté, S. 430f. – Zu Graf Alberich von Mâcon vgl. Poupardin, Provence, S. 213ff., zu unserem Stück ebd., S. 216 Anm. 1; siehe noch D Burg. 65 vom Folgejahr. – Vgl. Poupardin, Provence, S. 238f.; Poupardin, Le royaume, S. 74f.; Poly, Provence, S. 31f.; Demotz, Bourgogne, S. 222.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 3036, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/a9126552-32e2-4bda-8af7-9a1a18ce5cce
(Abgerufen am 24.03.2017).