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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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König Hugo (von Italien) bestätigt (confirmamus et corroboramus) dem Kloster Saint-Oyand (-de-Joux) (monasterio S. Eugendi, das spätere Saint-Claude) auf Bitten des Erzbischofs Anscher (von Lyon) und des Abts Gipperius von Saint-Oyand zu seinem Seelenheil den gesamten gegenwärtigen und künftigen, im einzelnen namentlich aufgeführten Besitzstand, darunter 17 Curtes und 16 Villae, verleiht dem Kloster die Immunität (nullus dux, marchio, comes, vicecomes vel aliquis ministerialis monachis ... audeat inferre molestiam neque damnietatem), befreit es von allen öffentlichen Leistungen und Abgaben (neque mansionaticos neque paratas neque teloneum neque pontaticum neque portaticum neque pulveraticum neque rotaticum aut ullas redibitiones exigere ... presumat) und bekräftigt seinen Besitzstand auch im Fall von Urkundenverlusten (si propter incendium vel naufragium alique firmitates deperitḝ sint, ita ... ipsas res predicta aecclesia et monachi ... teneant et possideant, et tanquam in presentiam ipsas habeant firmitates). – Pön 100 Pfund Gold. – Petrus not. ad vicem Gerlanni abbatis et archicanc. – [a. inc. 928], a. r. [3], Ind. 1.

Originaldatierung:
.X[...]. Kal. Dec., Vienna
Incipit:
Si ea quae
Empfänger:
Kloster Saint-Oyand (-de-Joux)

Überlieferung/Literatur

Or.: Lons-Le-Saunier, Arch. dép. du Jura, 2 H 16 n. 6 (A). – Kleinere Abb.: Benoît, a.a.O., Taf. V (nach S. 384) = Brune, Diplômes de Saint-Claude, Taf. V.

Drucke: Benôit, Histoire de Saint-Claude, I, Append. H, S. 639 – 640, aus A; ebd., S. 383 – 384, frz. Übersetzung; Brune a.a.O., Nr. 7 S. 29, aus A; Schiaparelli, I diplomi di Ugo, Nr. 17 S. 47 – 49; ARTEM 954.

Regg.: Chevalier, Regeste Dauphinois, Nr. 1092; Böhmer-Zielinski III, Nr. 1555.

Kommentar

Zu Datierung, Kanzlisten und Diktat vgl. schon Böhmer-Zielinski III, Nr. 1555. – Während Hugo in dem nur wenige Tage zuvor in Vienne ausgestellten D Hu.16 über alten Familienbesitz verfügt, tritt er hier in D 17, das für das bedeutende Jurakloster Saint-Oyand-de-Joux (Saint-Claude) erging, faktisch als Rechtsnachfolger Ludwigs des Blinden auf, der seinerseits, wahrscheinlich im Jahre 900, den Besitz der Abtei bestätigt hatte (D Prov. 38 = Reg. 2907). Daß der Kanzlei Hugos in Vienne die Urkunde Ludwigs des Blinden vorlag, wird durch einzelne Textübereinstimmungen vor allem in der umfangreichen und bislang nicht umfassend analysierten Besitzliste gestützt. Erwähnt hat Hugo den verstorbenen Kaiser allerdings nicht, hat es also vermieden, sich prononciert als dessen Nachfolger zu bekennen. – Allgemein zu Saint-Claude, dessen Abt Agilmar († 860) unter Lothar I. als Erzkanzler und Erzbischof von Vienne Karriere gemacht hatte, vgl. neben Poupardin, Provence, S. 346f., auch Schieffer, DD Lo.I., S. 17 – 19; D Lo.I.135 (mit der Vorbemerkung); Locatelli-Moyse, Saint-Claude, S. 255ff., bes. S. 257 u. 265 Nr. 2 – *3; siehe schon Reg. 2623. – Zu Erzbischof Anscher von Lyon (siehe schon Reg. 2989) vgl. Gerner, Lyon, S. 125f.; Abt Gipperius war bereits in D Prov. 38 (Reg. 2907) begegnet. – Vgl. noch Poupardin, Le royaume, S. 59 Anm. 6; Manteyer, Provence, S. 127 Anm. 1; Poole, Notes III, S. 111; Schiaparelli, Ricerche V, S. 18, 184; Hofmeister, a.a.O., S. 50f. Anm. 3.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 3004, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/a68ba219-1b22-4bfe-b306-6599a69aeb98
(Abgerufen am 21.01.2017).