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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Karl (der Kahle), der sich wegen diverser zu regelnder Angelegenheiten nach Burgund gezogen war (pro quibusdam in Burgundia causis componendis perrexerat), wird von Bischof Wibodo (von Parma) im Auftrag der Kaiserin Angilberga aufgesucht, die ihn ihrer Freundschaft versichern will (Wibodum episcopum ad Karolum quasi amicitiae gratia misit).

Überlieferung/Literatur

Ann. Bertin. a. 872, ed. Grat, Annales Bertiani, S. 188.

Kommentar

Pontailler-sur-Saône, wo Karl der Kahle am 21. August geurkundet hat (D KdK. 365), liegt gut 40 km westlich Besançon. Der Hof (vgl. zuletzt Reg. 2648) hielt sich damals im späteren westfränkischen Herzogtum Burgund auf. Am 1. September brach Karl der Kahle von dort nach Gondreville auf (ad Burgundiam ad Gondulfi villam ... Kalendis Septembris revertitur: a.a.O.). – Die einflußreiche Kaiserin Angilberga betrieb ein Doppelspiel, indem sie gleichzeitig ein geheimes Pactum mit Ludwig dem Deutschen geschlossen hatte, das die Nachfolge der ostfränkischen Linie in Italien vorsah (vgl. Reg. 2647; siehe schon Böhmer-Zielinski I, Nr. 351). Will man den Annales Bertiniani glauben, nahm sie an, daß Karl der Kahle von diesem Vertrag nichts wußte (putans nescire Karolum quae inter illam et Hludowicum regem Germaniae pacta fuere: a.a.O.). Vgl. auch Böhmer-Zielinski I, Nr. 358 (Kommentar).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2650, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/a5326c14-901b-43a0-a35e-4284327b3d5f
(Abgerufen am 23.07.2017).