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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Ludwig bestätigt seinem Getreuen Bono, sacri palatii nostri obsecundatori familiarissimo, und dessen Ehefrau Gertrudis (Gentrudis?) auf Bitten seines Sohnes, des Grafen Karl, zu freiem Eigen (ad proprietatem) einen Hof mit Ländereien in der Villa Treciano (Estressin), den dieser vom Juden (hebreo) Levi gekauft hat, sowie weiteren auf dem Tauschwege dort aus dessen Erbe erworbenen Besitz (Bono ex ipsa hereditate in ipsa villa commutavit). – M. – Ubaldus notarius.

Originaldatierung:
Ohne Datierung.
Incipit:
Omnium sancte
Empfänger:
Bono, sacri palatii nostri obsecundatori familiarissimo, und dessen Ehefrau Gertrudis (Gentrudis?)

Überlieferung/Literatur

Kopien: Paris, BnF, Ms. lat. nouv. acq. 2262, Chartular C von Cluny (vgl. cartul R-4190), um 1100, n. 125 fol. 58r (S. 114) (C). – Eine jüngere Kopie (ebd., Coll. Moreau 4, fol. 125r-v, Lambert de Barive) aus C verzeichnet Prou-Poupardin, Recueil, S. 124.

Drucke: Bruel, Recueil des chartes de l'abbaye de Cluny, I, Nr. 247 S. 238 – 239, aus C; Prou-Poupardin, Recueil, Nr. 70 S. 123 – 124.

Regest: Chevalier, Regeste Dauphinois, Nr. 1055, zu „Vers 924“.

Kommentar

Wie in dem in Urschrift überlieferten D 69 (das vorige Reg.) für Bonus scheint auch in D 70 die Datierung schon ursprünglich gefehlt zu haben. Wegen der Intervenienz des Grafen Karl (Konstantin), der, noch ohne Titel, erstmals 923 oder 924 Juni bezeugt ist (D 62 = Reg. 2975; vgl. auch D 68 = Reg. 2995), läßt sich unser Stück in die letzten Jahre Ludwigs datieren. – Während Protokoll und Eschatokoll nach Art des Ubold (vgl. zuletzt D 69/Reg. 2997) daherkommen, formuliert der eigentliche Kontext, der ausnahmsweise ohne Arenga einsetzt (wie in DD 41 – 45 des Notars Arnulf, vgl. Reg. 2917, Kommentar), in knappster Diktion weitgehend unabhängig. Er ist dabei nicht etwa von den älteren Urkunden für Bonus inspiriert (DD 62, 63/Regg. 2975 u. 2970 – diese von Elias rekognosziert), auch nicht von dem schon genannten D 69/Reg. 2997, das zeitlich unserem D 70 wohl am nächsten steht. Nur der ungewöhnliche Obsecundator-Titel des Bonus sowie die identische Corroboratio verbinden die beiden letzten, in diesem Teilband zu regestierenden Urkunden des blinden Kaisers. Für die knappe Rekognitionsformel, in der abermals kein Erzkanzler angeführt ist, kann man auf D 68/Reg. 2955 des Ubold als Parallele verweisen, das allerdings gleichfalls nur in jüngerer Kopie überliefert ist. – Zu Treciano (Estressin), heute ein Stadtteil von Vienne, siehe schon Reg. 2945.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2998, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/a3dce69d-895f-4a23-978a-d2b4e0a81380
(Abgerufen am 24.10.2017).