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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Ludwig überträgt (concederemus) einem gewissen Aimo, seinem Getreuen, auf Bitten des Grafen Hugo, Sohn des Grafen Richard (von Autun), Besitzungen des Comitats von Lyon (res de comitatu Lugdunensi) zu erblichem Eigen (iure hereditario) im Umfang von insgesamt 300 Mansen mit allen Pertinentien im Comitat von Mâcon (coniacentes in comitatu Matisconensi) in der Villa Cavineas (Chevignes). – Arnulfus notarius ad vicem Ragimfredi archicanc. – M. SI D.

Originaldatierung:
apud Viennam civitatem – a. inc. 899 (900), a. r. 9 (1!), Ind. 2.
Incipit:
Si fidelium nostrorum
Empfänger:
Aimo

Überlieferung/Literatur

Kopien: Sion/Sitten, Kantonsarchiv, Pierre de De Rivaz, Diplomatique de Bourgogne, vol. I, n. 27 p. 135 – 136, Kopie Ende 18. Jh. „extraite de son original existant dans les archives abbatiales de Cluni“ (B); Paris, BnF, Ms. lat. nouv. acq. 2262, Chartular C von Cluny, um 1100, n. 129 fol. 59r (S. 116) (C); ebd., Ms. lat. 5458, Chartular E von Cluny, n. VII.XX. III fol. 120v, Abschrift 13. Jh. (D); ebd., Coll. Baluze 143, fol. 58r-v, Abschrift 17. Jh. (mit Korrekturen von P.-F. Chifflet) „ex tabulario Viennensi“ (E). – Mehrere von D abhängige Kopien verzeichnet Prou-Poupardin, Recueil, S. 68.

Drucke: Bouquet, Recueil 9, Nr. 8 S. 680, aus C; Bruel, Recueil des chartes de l'abbaye de Cluny, I, Nr. 70 S. 79 – 80; Prou-Poupardin, Recueil, Nr. 37 S. 68 – 70.

Regg.: Pierre de De Rivaz, Diplomatique de Bourgogne, vol. I n. 27, ed. Chevalier, S. 6; Bréquigny, Diplomata, I, S. 361; Chevalier, Regeste Dauphinois, Nr. 935. – Auch erwähnt von Mermet, Histoire de Vienne, S. 268.

Kommentar

E hat als einzige Überlieferung sowohl das Inkarnationsjahr 899 als auch das dazu passende 9. Regierungsjahr nebst stimmiger 2. Indiktion und ist daher von mir der Datierung zugrundegelegt. Vgl. aber Poupardin, Vorbemerkung; Poupardin, Provence, S. 169 Anm. 1. Daß sich das widersinnige 1. Regierungsjahr mit Inkarnationsjahr 900, das die übrigen Kopien (wohl auf gemeinsamer fehlerhafter Grundlage) bieten, bereits auf Ludwigs neue italische Königswürde beziehen könnte, ist ganz unwahrscheinlich, da Ludwig erst Anfang Oktober 900 in Pavia von den italischen Großen zum König gewählt wurde (Böhmer-Zielinski II, Nr. 1110, vgl. ebd., Nr. 1112) und kaum schon vor seiner Abreise nach Italien noch in Vienne nach italischen Regierungsjahren datiert haben wird. – Pierre de Rivaz (1711 – 1772) geht augenscheinlich nach dem verlorenen Original, aus dem er das M (Normalform) und ein rudimentär angedeutetes Siegel wiedergibt (mit einem Zitat der Umschrift: Hludovicus gratia Dei rex). Zum Chartular C von Cluny siehe Rosenwein, Immunities, S. 145 – 163. – Als Erzkanzler wird hier in D 37 erstmals der neue Erzbischof Ragamfred von Vienne genannt (zu dessen Bischofserhebung vgl. das vorige Reg.), der sich bis Ende 905 (D 47 = Reg. 2923) in diesem Ehrenamt nachweisen läßt; vgl. Prou-Poupardin, Recueil, S. X. Er sollte im Gegensatz zum Notar Arnulf (vgl. Regg. 2907, Kommentar) nicht mit dem König nach Italien ziehen. – Der als Intervenient genannte Graf Hugo (Hugo der Schwarze) ist der Sohn des Grafen Richard von Autun (Richard Iustitiarius), also ein Bruder des Königs Rudolf von Westfranken. Er wurde später Herzog im westfränkischen Herzogtum Burgund (Poupardin, Provence, S. 160; Reg. 3034). Der fidelis Aimo könnte mit dem Aimo in D 63/Reg. 2970 identisch sein. – Der rekognoszierende Notar Arnulf, dem wohl wieder die Textherstellung geschuldet wird, hat sich, mit neuer, aber geläufiger Arenga (Hausmann/Gawlik, Arengenverzeichnis, Nr. 2822, vgl. DD 29 u. 39/Regg. 2878 u. 2909), desselben einfachen Diktats bedient, das sich in den Urkunden Ludwigs des Blinden für Einzelempfänger mehrfach nachweisen läßt, erstmals in D 32 (Reg. 2893), zuletzt in D 36 (Reg. 2901). Die Übereinstimmung betrifft gerade auch die formelhaften Teile des Kontextes. – Chevignes (Dép. Saône-et-Loire, Ct. Mâcon, Com. Davayé/Prissé). – Vgl. noch Gingins-la-Sarraz, Archiv Geschichtskunde 8, S. 44 Anm. 221; Manteyer, Provence, S. 469.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2905, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/a1865457-a4cf-460c-8d8d-09f1ada67a8e
(Abgerufen am 26.05.2017).