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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Eine unter Leitung des Kardinaldiakons Johannes und des Scriniars Azo stehende Gesandtschaft des Papstes Johannes (XII.), der sich mehrere italische Große angeschlossen haben, überbringt Otto (d. Gr.) ein päpstliches Schreiben mit der dringenden Bitte, der Römischen Kirche gegen die Tyrannei Berengars und Adalberts zu Hilfe zu kommen.

Überlieferung/Literatur

Liutprand, De Ottone rege c. 1, ed. Becker, S. 159f. (ed. Chiesa, S. 169); Cont. Regin. a. 960, ed. Kurze, S. 170. Die übrigen zumeist jüngeren Quellen verzeichnet v. Ottenthal, Quellen; vgl. B-O 289b-c; s. auch B-Z2 283; Schieffer, Germania pontificia IX, S. 153 Nr. *12.

Kommentar

Die beiden Hauptquellen, die wahrscheinlich auf einem verlorenen Synodalschreiben des Jahres 964 fußen (v. Ottenthal, Quellen, bes. S. 72f.), lassen die Gesandten und Flüchtlinge in die Saxonia ziehen, doch ist hier in italischer Diktion wahrscheinlich das ostfränkische Herrschaftsgebiet Ottos d. Gr. insgesamt gemeint; vgl. v. Ottenthal, a.a.O., S. 74-76. Da auf dem Regensburger Hoftag mehrere der italischen Großen ausdrücklich bezeugt sind (Erzbischof Walpert von Mailand und Bischof Petrus II. von Novara, vgl. Reg. 2405), ist ein vorheriger Zug der päpstlichen Gesandten ins Sächsische jedenfalls nicht gesichert. Daß in Regensburg über einen Romzug und die Kaiserkrönung verhandelt wurde, belegen nur die jüngeren zumal sächsischen Quellen (vgl. B-O 289c). Dem Regensburger Treffen muß im übrigen nicht widersprechen, daß der eine oder andere italische Große Otto schon vorher im Sächsischen aufgesucht hatte; genannt werden von den beiden Gewährsleuten noch Bischof Waldo von Como (zu diesem auch das vorige Reg.) und der Markgraf Otbert (Reg. 2405, Kommentar). So scheint im Juli 960 ein Vertreter des Klosters S. Maria di Sesto in Friaul am Hof in Magdeburg gewesen zu sein (D O.I.213 = Reg. 2424). Der Patriarch Ingelfred von Aquileia ist schon Ende 959 in Hersfeld bezeugt (Reg. 2405). – Zu der insbesondere von den jüngeren italischen Quellen (Benedikt v. S. Andrea, Chronicon Salernitanum, Translatio s. Epiphanii) aufgeworfenen Frage, ob es tatsächlich der Papst selbst war, der sich an Otto gewandt hat, oder ob dahinter vielleicht nicht doch stadtrömische oppositionelle Kreise standen, vgl. Mor, L'età feudale I, S. 210 Anm. 89. – Vgl. Köpke/Dümmler, Otto d. Gr., S. 317-320;  Fasoli, I re d'Italia, S. 194f.; Mor, L'età feudale I, S. 183; Fuhrmann, Konstantinische Schenkung, S. 123; Delogu, Berengario II, S. 34; Krah, Absetzungsverfahren, S. 188f.; Maleczek, Überlegungen, S. 195f.; Huschner, Kommunikation, S. 440. Zu den päpstlichen Gesandten auch Riesenberger, Prosopographie, S. 292-296.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 2433, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0960-12-25_1_0_1_3_3_1004_2433
(Abgerufen am 17.12.2017).