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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Berengar und Adalbert schenken (concedimus, donamus atque largimur) Guido, ihrem Getreuen, auf Intervention und Bitten des Bischofs Hubert (von Parma) und des Grafen Amizo aus Königsgut zu freiem Eigen drei sortes (Bauernstellen) in der Mark (marca) Tuszien im Ort Porcaria (Porcaria unweit von Vicchio, Prov. Florenz, im Sievetal) in genau angegebener Lage, die von genannten Hörigen bewirtschaftet werden, ferner acht weitere sortes in verschiedenen Orten, nämlich in Vico Feraldo (Vicoferaldi westlich von Dicomano, Prov. Florenz), Campolongo, Lognano (Lonnano, Com. Pratovecchio, Prov. Arezzo), Larziano (Villa Larsiana bei Lamporecchio, Prov. Pistoia) und Prixiano. – Pön 50 Pfund Gold. – [Hubert]us canc. ad vicem Vuidonis episcopi et archicanc. – M. M. – a. inc. 960, a. r. 10, Ind. 3. – "Si iustis".

Überlieferung/Literatur

Kopien: Florenz, Arch. di Stato, Olivetani, cat. gen. 248, perg. n. 40, notar. Kopie 11. Jh. (B). – Mehrere neuzeitl. Kopien von B verzeichnet Schiaparelli, I Diplomi di Berengario II e Adalberto, S. 330; vgl. Mosiici, San Miniato, S. 56. – Faksimile von B: Curradi, Guidi, S. 27 Fig. 3. –­ Drucke: Della Rena, Duchi e marchesi di Toscana I, S. 153 (Auszüge); Errera, Un diploma inedito, S. 289-291, aus B; Schiaparelli, I Diplomi di Berengario II e Adalberto, Nr. 13 S. 330-332; Mosiici, San Miniato, Nr. 2 S. 56-59 (mit irrtümlicher Angabe eines angebl. Faksimiledrucks im Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 38 = Reg. 2428); Rauty, Documenti dei conti Guidi, Nr. 7 S. 39-40. – Reg.: Curradi, Guidi, S. 58 Nr. 6. – Vgl. Davidsohn, Geschichte I, S. 106 (ital. Übersetzung I, S. 160); Piattoli, Misc. Dipl. I, S. 64f.

Kommentar

Die Datierungsangaben stimmen zu 960 April überein. In Ravenna war zuletzt Berengar I. nach seiner Kaiserkrönung nachweisbar (Reg. 1320). Wahrscheinlich dokumentierte auch Berengar II. mit seinem Besuch in der alten Kaiserstadt, die häufig Ort von Begegnungen zwischen Kaiser und Papst war, imperiale Ambitionen. In die gleiche Richtung weisen sein Eingreifen in die Markgrafschaft Spoleto und Camerino (Reg. 2396) und die Übergriffe seines Sohnes Adalbert auf päpstliches Gebiet (Reg. 2406); vgl. schon  Fasoli, I re d'Italia, S. 194; s. auch Heidrich, Ravenna, S. 33. Erzbischof von Ravenna war damals Petrus IV. (927-971); vgl. Schwartz, Besetzung, S. 151; Storia di Ravenna, passim, bes. II/2, S. 357f.; Vasina, Breviarium, bes. S. 26-31; Archetti Giampaolini, Aristocrazia, bes. S. 88-91; s. auch Regg. 2322 u. 2488. Zur kaiserlichen Herrschaft im Gebiet von Ravenna in ottonischer Zeit s. Kölmel, Ravenna; Heidrich, Ravenna, S. 34ff. – Zur Überlieferung vgl. Curradi, Guidi, bes. S. 25, 42-44. B stammt danach vom Notar Albert, der im 11. Jh. mehrfach bezeugt ist: ebd. S. 43f. Anm. 70. Wie die Nachzeichnung des Monogramms nahelegt, stammte das Original zumindest teilweise aus der Feder des schon für Lothar d. Jüngeren tätigen Kanzlisten, der zuletzt in D 12 (Reg. 2400) begegnet war. Die Datumzeile wiederum scheint wegen eines auffälligen Actum vero von jener Hand eingetragen worden zu sein, die sich auch noch in D 14 (Reg. 2428) nachweisen läßt; vgl. Schiaparelli, Trascrizioni, S. 148f. In der Rekognition hat schon Schiaparelli zu Recht das überlieferte † Ego Petrus canc. in Hubertus canc. emendiert. – D 13 ist der älteste Beleg für die Übernahme des Bischofsamtes in Parma durch Hubert/Ubert (960-980), den langjährigen Kanzler Berengars, der es unter Otto d. Gr. noch bis zum Erzkanzler bringen sollte; vgl. Bresslau, Urkundenlehre I2, S. 397f., 429f., 441; Pauler, Regnum Italiae, S. 102-109. – Der Empfänger Guido ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Vorfahre der späteren Grafen Guidi di Tuscia, wohl ein Sohn des Grafen Teudegrim von Pistoia, der 927 von König Hugo privilegiert (D 9 = Reg. 1524) und bei dieser Gelegenheit fidelis und compater des Königs genannt wurde; vgl. Curradi, I conti Guidi, S. 58; Rinaldi, Origini, S. 235f.; Rauty, I conti Guidi, bes. S. 249 Anm. 38. – Graf Amizo ist noch mehrfach in den 60er Jahren nachweisbar; vgl. Errera, a.a.O., S. 293. Zu der nicht immer gesicherten Identifizierung der verstreuten Güter (vgl. im Register, s.v.) östlich von Florenz s. ebd., S. 292; Mosiici, San Miniato, S. 58f.; Rauty, Documenti dei conti Guidi, Indice. Vgl. auch Kurze, S. Salvatore all'Isola, S. 455 Anm. 39 (S. 31 Anm. 39); Puglia, L'amministrazione, S. 711.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 2415, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0960-04-24_1_0_1_3_3_986_2415
(Abgerufen am 23.11.2017).