Regestendatenbank - 182.315 Regesten im Volltext

RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

Sie sehen den Datensatz 939 von insgesamt 1062.

Berengar und Adalbert bestätigen (concedimus et largimur atque corroboramus) dem Donninus, Abt des von dem Langobardenkönig Desiderius im Gebiet von Brescia gegründeten Klosters Leno (Donnino abbati monasterii S. Benedicti, quod per Desiderium regem Longobardorum constat fuisse fundatum in territorio Brixiano, loco qui dicitur Leones), auf Intervention und Bitten der Grafen Atto (von Lecco) und Everard die Immunitätsprivilegien (immunitates atque pręcepta) ihrer kaiserlichen und königlichen Vorgänger, nämlich Karls d. Gr. (Dep.), Ludwigs (d. Fr.) (Dep.), Lothars (I.) (Dep. Lo.I.176), Ludwigs (II.) (Reg. 199), Berengars (I.) (Dep., Reg. 1402), Hugos (Dep., Reg. 1620) und Lothars (d. Jüngeren) (Dep., Reg. 2157), und bestätigen den Mönchen auf deren Bitte und auf Bitten der genannten Grafen den ihnen gemäß einer divisio zugeteilten, detailliert aufgeführten Anteil am Klosterbesitz mit Immunität und Inquisitionsrecht. – Introitusverbot. – Gebetswunsch pro nostra et regni nostri fideliorumque nostrorum salute. – Pön 1000 Pfund Gold. – Hubertus canc. iussu regio. – M. M. – a. inc. 957, a. r. 8, Ind. 1. – "Si erga".

Überlieferung/Literatur

Kopien: Florenz, Bibl. Nazionale Centrale, Nuovi acquisti, n. 14: "Liber privilegiorum mon. Leonensis", a. 1540, fol. 11 (E). – Mehrere jüngere Kopien verzeichnet Schiaparelli, I Diplomi di Berengario II e Adalberto, S. 319. – Drucke: Zaccaria, Leno, Nr. 4 S. 68-71, "tratto dal Libro VV" = Odorici, Storie Bresciane IV, CD Bresciano, Nr. 26 S. 89 (Auszüge); CD Langob., Nr. 626 Sp.1073-1075; Schiaparelli, I Diplomi di Berengario II e Adalberto, Nr. 10 S. 319-325. – Regg.: B 1437; CD Cremonese I, ed. Astegiano, Nr. 24 S. 33; Cipolla, Verzeichniss, Nr. 50; Fainelli, CD Veronese II, Nr. 260 S. 410. – Vgl. auch Köpke/Dümmler, Otto d. Gr., S. 313; Bonini Valetti, La Chiesa bresciana, S. 31.

Kommentar

Indiktion und Regierungsjahr dieser nach langer Pause (zuletzt Reg. 2281) wieder überlieferten Urkunde Berengars II. und Adalberts, die sich nach dem Tod Liudolfs offensichtlich schnell wieder etablieren konnten (vgl. Reg. 2365), führen auf 958; das Inkarnationsjahr folgt vielleicht Florentiner Stil. – Die Nachzeichnung der Monogramme in E weist deutliche Parallelen zu den Monogrammen in DD 12 u. 14 (Regg. 2400 u. 2428) auf. Das Monogramm Adalberts war anscheinend wieder nicht firmiert; vgl. Schiaparelli, Trascrizioni, S. 151. Wie in DD 12 u. 14 findet sich hier in D 10 kein SR; vgl. auch D 16 (Reg. 2448). Warum der Kanzler Hubert (Ubert), dem wohl die Niederschrift zu verdanken ist, hier und in dem folgenden D 11 (Reg. 2374) ohne Nennung des Erzkanzlers Wido iussu regio rekognosziert, ist unklar; vgl. Bresslau, Urkundenlehre I2, S. 398 Anm. 1. – Von den zahlreichen im Text genannten älteren Urkunden für Leno (Prov. Brescia) blieb nur die Immunitätsurkunde Ludwigs II. (D 35 = Reg. 199) erhalten, in der aber weder von einer divisio die Rede ist noch der Klosterbesitz detailliert aufgelistet wird. Während die Urkunde Ludwigs II. für Arenga, Beginn der Dispositio und Corroboratio ausgeschrieben wurde, wurde für andere Passagen eine Urkunde herangezogen, in der wie in D Lu.II.42 für Bobbio (Reg. 231) eine Teilung des Klosterlandes zwischen Abts- und Mönchsgut bestätigt wurde (vgl. im einzelnen den Kursivdruck in der Ed. Schiaparelli). Ob es sich bei dieser Vorlage um eine weitere nicht erhaltene Urkunde Ludwigs II. für Leno handelt, ist nicht zu klären. Jedenfalls werden nicht erst Berengar und Adalbert eine solche divisio bestätigt haben. Wie schon in anderen Urkunden zu beobachten, haben Berengar II. und schon Hugo Bestätigungen älterer Urkunden immer auch als eigene Neuverleihung ausgegeben (vgl. die zit. Verba dispositiva), was in der Literatur nicht immer beachtet worden ist. – Die lange Reihe der jüngeren Urkunden für Leno setzt mit D O.I.240 ein; vgl. ferner DD H.II.300 u. 399; DD Ko.II.57 u. 227; D Fr.I.697; D H.VI. Stumpf 4865 = B-B 352 (1194 Juni 3). Allgemein zum Empfänger s. Kehr, Italia pontificia VI/1, S. 342; Sandmann, Herrscherverzeichnisse, S. 241-261. Zur Überlieferung des Klosters vgl. Reg. 199 sowie Schiaparelli, Vorbemerkung, S. 320f. – Zu Graf Atto wahrscheinlich von Lecco, einem der beiden Intervenienten, vgl. schon Reg. 2357. Graf Everard ist nur aus dieser Urkunde bekannt; vgl. Hlawitschka, Franken, S. 199. Zu der im Kontext erwähnten Schenkung eines Grafen Suppo an die Mönche vgl. Hlawitschka, Franken, S. 274 Anm. 5; Fumagalli, Vescovi e conti, S. 187. – Zu den im Kontext erwähnten Mühlen Chiappa Mauri, Mulini, S. 7. – Vgl. auch Sissa, Gonzaga, S. 222f.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 2368, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0958-01-13_1_0_1_3_3_939_2368
(Abgerufen am 22.10.2017).