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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Liudolf (von Schwaben) besiegt (König) Adalbert in offener Feldschlacht und gewinnt so das Regnum (Italicum), dessen Bewohner er sich unterwirft (bellum inter Liutolfum et Adalbertum victoque Adalberto regnum optinuit omnesque sibi subiugavit).

Überlieferung/Literatur

Ann. Einsidl. a. 957, ed. Pertz, MGH SS III, S. 142 (danach Herim. Aug. Chron. a. 957, ed. Pertz, MGH SS V, S. 115). Vgl. Hrotsvit v. Gandersheim, Gesta Ottonis, vv. 1142-1163, ed. v. Winterfeld, S. 226 (ed. Berschin, S. 302f.).

Kommentar

In Bergamo hat man erstmals im Juni (das vorige Reg.), in Mailand erstmals im August (das folgende Reg.) wieder nach Otto d. Gr. datiert, so daß das nicht sonderlich gut bezeugte Treffen (vgl. die sehr viel günstigere Quellenlage zum Tod Liudolfs: Reg. 2361) um die Jahresmitte anzusetzen ist. Sicherer Terminus ante ist im übrigen der Tod Liudolfs am 6. September. – Nach sagenhafter jüngerer Überlieferung im Umkreis der Vita Mathildis (Mathilde von Tuszien) des Donizo (sogen. Epitome Estense, hier ed. Bethmann, MGH SS XII, S. 359 Anm. 29) hätte das Treffen bei Carpineti (in prato Antograno ... apud Carpinetum) südlich von Reggio (unweit von Canossa) stattgefunden; vgl. Köpke/Dümmler, Otto d. Gr., S. 288 Anm. 2 (skeptisch  Fasoli, a.a.O.). Der sagenhafte Erzählkontext Donizos wird deutlich, wenn er Liudolf von der Hand Adalberts fallen und den Ahnherrn der Mathilde, den Markgrafen Adalbert-Atto, im Heer Liudolfs den Sieg über Adalbert erringen läßt: Vita Mathildis lib. I, vv. 319-367, ed. Simeoni, S. 17f. (edd. Bellocchi/Marzi, S. 108); vgl. schon Reg. 2347. – Nach Hrotsvit von Gandersheim hätte Otto d. Gr., nachdem er von den Erfolgen seines Sohnes erfahren hätte, diesem brieflich das italische Regnum übergeben und ihn aufgefordert, die Bewohner eidlich an sich zu binden; vgl. Köpke/Dümmler, a.a.O., Anm. 4. Daß Liudolf weitreichende Anerkennung in Oberitalien fand, bestätigt schließlich auch Flodoard, Annales a. 957, ed. Lauer, S. 144: qui pene totam obtinuerat Italiam. Allerdings wird etwa in Ravenna durchgehend weiter nach Berengar und Adalbert datiert: Cavarra, Regesto, S. 459f. In Tuszien hat man vorübergehend nach Inkarnationsjahren datiert; s. Reg. 2360. – Vgl. Köpke/Dümmler, Otto d. Gr., S. 288f.; Fasoli, I re d'Italia, S. 190; Mor, L'età feudale I, S. 181f.; Delogu, Berengario II, S. 35.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 2358, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0957-00-00_1_0_1_3_3_929_2358
(Abgerufen am 19.09.2017).