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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Liudolf, Sohn Ottos (d. Gr.), wird (von seinem Vater) nach Italien geschickt, um der tyrannischen Herrschaft Berengars ein Ende zu setzen (ad deprimendam Berengarii tirannidem dirigitur).

Überlieferung/Literatur

Cont. Regin. a. 956, ed. Kurze, S. 169. Vgl. Widukind III, 57, edd. Hirsch/Lohmann, S. 135; Hrotsvit v. Gandersheim, Gesta Ottonis, vv. 1142-1163, ed. v. Winterfeld, S. 226 (ed. Berschin, S. 302f.); Ruotger, Vita Brunonis c. 36, ed. Ott, S. 37. Zu jüngeren Quellen, darunter zahlreichen Annalen (vgl. das folgende Reg.), s. B-O 252a. – Reg.: B-O 252a; vgl. 254c.

Kommentar

Die Datierung kann sich nur auf die vage Angabe Widukinds stützen, wonach sich Liudolf bei seinem Tod am 6. September 957 (Reg. 2361) annum fere totum in Italien aufgehalten habe. Wann genau und auf welchem Wege Liudolf nach Italien zog, ist nicht zu klären. Nach Donizo, Vita Mathildis, v. 318, ed. Simeoni, S. 17 (edd. Bellocchi/Marzi, S. 108), soll er Verona passiert haben. Daß er im Auftrag seines Vaters handelte, geht auch aus Ruotger, a.a.O., Z. 23-25, hervor, der dabei die Vermittlung Bruns von Köln betont: instinctu huius consiliarii (scil. Brun) ... filio suo ... imperator (Otto) totam Italiam delegaret. Über mögliche Hintergründe und Ziele des Eingreifens vgl. Wolf, Frage, S. 228-235, der an die Einrichtung eines italischen Unterkönigtums nach karolingischem Vorbild denkt. Vgl. schon Fleckenstein, Das Reich der Ottonen, S. 249. – Möglicherweise hielt sich schon damals Erzbischof Walpert von Mailand, der zuletzt 954 in der Umgebung Berengars II. begegnet war (Reg. 2281), als Exulant am Hofe Ottos d. Gr. auf: Keller, Lernprozesse, S. 40f. m. Anm. 87. Zur Anwesenheit des späteren Bischofs Liutprand von Cremona nördlich der Alpen spätestens Anfang 956 s. Reg. 2327 (Kommentar). Vielleicht hat er den Königssohn auf seinem Italienzug begleitet: Huschner, Kommunikation, S. 586. – Vgl. noch Köpke/Dümmler, Otto d. Gr., S. 285;  Fasoli, I re d'Italia, S. 190; Delogu, Berengario II, S. 33; Maleczek, Überlegungen, S. 193; Zotz, Schwabenherzöge, S. 102f.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 2346, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0956-09-00_2_0_1_3_3_916_2346
(Abgerufen am 24.07.2017).