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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Berengar und Adalbert bestätigen (confirmamus et corroboramur) dem Hildeprand, Sohn des Iselfred, auf Intervention und Bitten des Markgrafen und Pfalzgrafen Otbert (I.) Grundbesitz (terra) in Cornano, Monteso und Monte Magio (Monte Maggio), den zuvor Prandus, Nonulus und Rospulus besessen hatten, mit den darauf lebenden Hörigen und allen Pertinentien zu freiem Eigen. – Pön 100 Pfund Gold. – Iohannes canc. ad vicem Vuidonis episcopi et archicanc. – MF. MF. SR. SI D. – a. inc. 953, a. r. 3, Ind. 11. –  "Si ratis".

Überlieferung/Literatur

Or. Siena, Arch. di Stato, Badia di S. Eugenio, a. 953 Juni 23 (A). – Faksimile: Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 25 (mit Regest). – Drucke: Schiaparelli, Diplomi inediti, Nr. 21 S. 165-167 (mit Größenangaben); Ders., Trascrizioni, Taf. 25 S. 97-101; Ders., I Diplomi di Berengario II e Adalberto, Nr. 7 S. 311-312. Vgl. schon Repetti, Dizionario geografico I, S. 806; III, S. 416. – Regg.: Lisini, Inventario, S. 33; Schneider, Regestum Senense I, Nr. 15 S. 6; Kurze, S. Salvatore all'Isola, S. 528 Nr. 1.

Kommentar

Die Datierungsangaben weisen einheitlich auf Juni 953. Das Actum mit dem Ausstellort sollte wohl nachgetragen werden, was aber aus irgendeinem Grund unterblieben ist. In Pavia wird sich der Hof damals kaum aufgehalten haben. – D 7, das wohl repräsentativste unter den erhaltenen Diplomen aus der Kanzlei Berengars II. (vgl. ausführlich Schiaparelli, Trascrizioni, S. 97-100), wurde zur Gänze von einer Hand, wohl vom Rekognoszenten selbst geschrieben, der schon in D 6 (Reg. 2242) tätig war. Dieselbe Hand, deren manieristische Eigenheiten Schiaparelli detailliert beschrieben hat, hat auch Teile des nachfolgenden D 8 (Reg. 2260) mundiert. Das Diktat ist unauffällig. – D 7 stellt das älteste Stück aus dem Archiv des Klosters Isola (S. Salvatore all'Isola, heute Abbadia Isola, Com. Monteriggioni, Prov. Siena) dar, dessen Bestände später ins Staatsarchiv Siena gelangt sind. Isola wurde 1001 von Ava, der Witwe des in D 7 als Empfänger begegnenden Hildeprand, gegründet; vgl. Kehr, Italia pontificia III, S. 223, 310; Schneider, Toscanische Studien I, S. 32 Anm. 4; Kurze, S. Salvatore all'Isola, S. 453ff., 529 Nr. 4 (S. 28ff., 98 Nr. 1). – Zur Lage der Güter vgl. bes. Kurze, Galognano, S. 65 mit den Karten im Anhang S. 123ff. (S. 233f. mit der Karte S. 242). Der Monte Maggio liegt südlich des Klosters Isola. Bei Cornano ist an Arnano südöstlich des Monte Maggio zu denken (überholt Repetti, a.a.O., der Cornano für Corsano in Val d'Arbia hält). Monteso scheint nicht identifiziert, muß aber ebenfalls südlich des Klosters zu suchen sein. – Der Markgraf Otbert I., der schon in D 2 (Reg. 2170) interveniert hat und hier erstmals als Pfalzgraf begegnet, ist der Stammvater der sogen. Otbertiner (ital. "Obertenghi"), von denen im 12. Jh. das Haus Este abstammte; vgl. Reg. 2002 (Lit.). Etwa 957 ging er als Anhänger Ottos d. Gr. ins Exil nach Ostfranken; vgl. Reg. 2405.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 2256, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0953-06-00_1_0_1_3_3_825_2256
(Abgerufen am 30.03.2017).