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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Berengar und Adalbert bestätigen dem Kloster Azzano del Tanaro (cenobium quod dicitur Agianis, quod videtur esse constructum in honore beate Dei genitricis Marie) auf Intervention und Bitten des Bischofs Bruning (von Asti) den gesamten Besitzstand und fügen ihrerseits (concedimus, donamus ac largimur) aus Königsgut (iuris nostri regni) einen genau bezeichneten Streifen Land an beiden Ufern des Flusses Tanaro hinzu, der bislang zu ihrer Curtis Nonis (Annone) gehörte (pertinentes nostreque corti que Nonis nuncupatur), mit allen fiskalischen Erträgnissen (portonaticum, palificaturam, theloneum, rippaticum, navium ligaturam omnemque publicam exactionem) und dem Recht des Fischfangs und des Mühlenbaus. – Pön 50 Pfund Gold und geistliche Strafandrohung. – Iohannes canc. ad vicem Vuidonis episcopi et archicanc. – M. M. – a. inc. 952, a. r. 3, Ind. 11. – "[Si] sanctis".

Überlieferung/Literatur

Kopien: Turin, Arch. del R. Economato, scaff. XV, S. Bartolomeo di Azzano del Tanaro, busta 13, notar. Kopie von 1312 Jan. 12 (D); Turin, Arch. di Stato, Azzano, Regolari di qua dai Monti, mazzo 2/1, Kopie 17. Jh., aus D. Zahlreiche unselbständige jüngere Kopien verzeichnet Schiaparelli, I Diplomi di Berengario II e Adalberto, S. 308. – Drucke: Guichenon, Bibl. Sebusiana2, Nr. 100 S. 65 (umfangreiche Auszüge); Leibniz, Annales II, S. 623 (Auszüge); Muratori, Antiq. Ital. I, Sp. 909-910, aus B; *Collectanea instrumentorum I; Cipolla, Di Rozone, S. 42-44, aus B; Schiaparelli, I Diplomi di Berengario II e Adalberto, Nr. 6 S. 308-310. Erwähnt schon von *Ab Ecclesia, Cronol. hist., S. 162. – Regg.: B 1434; Bréquigny, Table chron. I, S. 421.

Kommentar

Das Königsjahr führt auf 953, widerspricht aber der Indiktion und dem Inkarnationsjahr. – Wie die Nachzeichnung der Monogramme in D wahrscheinlich macht, wurde D 6 vom Schreiber des D 7 (Reg. 2256), wahrscheinlich dem Rekognoszenten Johannes, dem neuen Kanzler, der schon in D 5 (Reg. 2225) ohne Titel begegnet war, mundiert. Das Monogramm Adalberts scheint nicht firmiert gewesen zu sein. Schiaparelli, Trascrizioni, S. 151, vermutet, daß Adalbert damals nicht am Hof war. Zur Handschrift D vgl. auch noch Kehr, Italia pontificia VI/2, S. 181. – Als neuer Erzkanzler erscheint in D 6 erstmals der schon u.a. aus D Lothar 5 (Reg. 2077) und D Berengar II./Adalbert 2 (Reg. 2170) bekannte Bischof Wido von Modena (943-968), der nach der Kaiserkrönung Ottos dessen Erzkanzler wurde; vgl. Bresslau, Urkundenlehre I2, S. 397; Pauler, Regnum Italiae, S. 64-69; Huschner, Erzkanzler, S. 15f.; Ders., Kommunikation, S. 116f., 445f. u. passim. Unter welchen Umständen der ehemalige Erzkanzler Bruning von Asti, der hier als Intervenient begegnet, sein Erzkanzleramt verloren hat (er ist schon auf dem Augsburger Treffen im Vormonat im Unterschied zu Wido von Modena nicht nachzuweisen: Reg. 2238), ist unklar; vgl. Huschner, Kommunikation, S. 438f. –  Zur Geschichte des ca. 9 km östlich von Asti am Tanaro gelegenen Klosters Azzano, dessen Anfänge im Dunkel liegen, vgl. Cipolla, Di Rozone, bes. S. 9; Kehr, a.a.O., S. 181. 969 hat Otto d. Gr. das Kloster, das seit dieser Zeit ein Bartholomäuspatrozinium anführt, dem Bistum Asti übertragen (D O.I.374). – Bei der Curtis Nonis wird es sich um das unweit vom Kloster Azzano gelegene Annone (Castello di Annone, Prov. Asti) handeln, wo Berengars Halbbruder Anscar II. von Ivrea 933 Mai geurkundet hat (Reg. 1679).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 2242, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0952-09-09_1_0_1_3_3_811_2242
(Abgerufen am 26.09.2018).