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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Nachdem sich der Plan eines Romzugs (Reg. 2203) zerschlagen hat (Qua non obtenta [scil. susceptio sua]: Flodoard), kehrt Otto zusammen mit seiner neuen Gemahlin Adelheid in seine Heimat zurück, wobei er Herzog Konrad (d. Roten) mit militärischer Begleitung zum Schutz Pavias (Cuonrado duce, cui Papia cum presidio militari relicta erat: Widukind; vgl. Flodoard: ad custodiam Papiae) und um Berengar in die Schranken zu weisen (ducem autem Cuonradum ad persequendum Berengarium in Italia reliquit: Cont. Reginonis), zurückläßt.

Überlieferung/Literatur

Cont. Regin. a. 952, ed. Kurze, S. 165; Flodoard, Annales a. 952, ed. Lauer, S. 133; Widukind III, 10, edd. Hirsch/Lohmann, S. 109. – Reg.: B-O 206a.

Kommentar

Der Zeitpunkt des Aufbruchs ergibt sich aus der Tatsache, daß Otto auf dem Heimweg schon am 15. Februar in Como geurkundet hat (das folgende Reg.). In Pavia ist er zuletzt am 11. Februar nachgewiesen (das vorige Reg.); vgl. auch Reg. 2223. – Den von B-O 206a zusätzlich verzeichneten Quellen (Hrotsvit, Thietmar, Vita Mathildis ant., Benedikt von S. Andrea) ist nichts Ergänzendes zu entnehmen. – Möglicherweise haben die Nachrichten aus Sachsen, wo Liudolf das Weihnachtsfest in Saalfeld mit königlichen Ehren gefeiert hatte (vgl. Reg. 2205, Kommentar), für den Entschluß Ottos, nach Ostfranken zurückzukehren, eine wichtige Rolle gespielt (so B-O 206a). In der Begleitung Ottos befand sich der magister Stephan von Novara (Pavia), der anschließend lange Jahre in Würzburg lehrte; vgl. Köpke/Dümmler, Otto d. Gr., S. 203 Anm. 2; Mor, L'età feudale I, 178; Ferrari, Manoscritti, S. 110-112; Keller, Lernprozesse, S. 40 Anm. 87; Huschner, Kommunikation II, S. 453 (der als Gunzo von Novara bekannt gewordene italische Gelehrte, der wohl aus Mailand stammte und später einen ausführlichen Brief an die Reichenauer Mönche geschrieben hat, ist wahrscheinlich erst 965 Otto d. Gr. über die Alpen gefolgt: B-O 369a; E. Rauner, in Lex.MA IV, Sp. 1795f.; Huschner, Kommunikation II, S. 460-465). – Aufs Ganze gesehen war Ottos 1. Italienzug ein Fehlschlag. Berengar II. war nicht bezwungen. Aufgegeben waren die Romzugspläne. Auch zu den maßgeblichen weltlichen und geistlichen Großen des Regnum Italiae scheint Otto nach Ausweis der überlieferten Urkunden nicht in Kontakt getreten zu sein; vgl. Huschner, Kommunikation, bes. S. 436f. Selbst Bischof Liutfred von Pavia, dessen Sitz Otto während seines Italienaufenthalts kaum verlassen haben kann, läßt sich in der Umgebung des ostfränkischen Königs nicht nachweisen. Daß er sich geradezu zwangsläufig mit Otto ins Benehmen gesetzt haben muß (so Hoff, Pavia, S. 156; vgl. Pauler, Regnum Italiae, S. 117; Huschner, Kommunikation, S. 436f.), ist reine Spekulation. – Vgl. noch Köpke/Dümmler, Otto d. Gr., S. 202; Fasoli, I re d'Italia, S. 182; Delogu, Berengario II, S. 32.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 2221, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0952-02-00_1_0_1_3_3_789_2221
(Abgerufen am 23.01.2017).