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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Otto schickt den Mainzer Erzbischof Friedrich und den Churer Bischof Hartbert als seine Legaten nach Rom (Romam legationis causa directi: Ann. Einsidl.) mit dem Auftrag, seinen Empfang in Rom vorzubereiten (legationem pro susceptione sui Romam dirigit: Flodoard).

Überlieferung/Literatur

Flodoard, Annales a. 952, ed. Lauer, S. 133. Die Namen der Legaten nur in den Ann. Einsidl. a. 953, ed. Pertz, MGH SS III, S. 142 (danach Herim. Aug. Chron. a. 952, ed. Pertz, MGH SS V, S. 114). Vgl. Widukind III, 9, edd. Hirsch/Lohmann, S. 109: simulato itinere Romam proficisci statuit. – Regg.: B-O 201a (nach Mitte Oktober); Jakobs, Germania pontificia IV, S. 74 Nr. *61.

Kommentar

Das Datum der Gesandtschaft ist keineswegs gesichert. Da Otto möglicherweise bereits in der ersten Septemberhälfte in Pavia eingezogen ist (vgl. Regg. 2192/93), sind die von Ottenthal (B-O 201a) zurückgewiesenen Überlegungen von Sickel, Beiträge VII, S. 736, der zu bedenken gibt, daß die am 15. Oktober für Hartbert von Chur in Pavia ausgestellte Urkunde (D O.I.139 = Reg. 2200) doch wohl dessen Rückkehr aus Rom anzeigt, nicht völlig von der Hand zu weisen. Möglicherweise ist die Gesandtschaft sofort nach Ottos Eintreffen in Oberitalien nach Rom abgegangen (Entfernung Pavia – Rom ca. 650 km). Wenn man nämlich davon ausgeht, daß es kaum im Interesse Ottos lag, den Eindruck zu erwecken, erst die geplante Heirat mit Adelheid sei der eigentliche Rechtsgrund für seinen Anspruch auf das Regnum Italiae und die Kaiserwürde, wird er diese kaum abgewartet haben, um in Rom vorstellig zu werden. Daß er mit der Legation bis nach dem 15. Oktober gewartet haben sollte, obwohl er sich schon einen Monat lang in Pavia aufhielt, ist gleichfalls eher unwahrscheinlich. – Der Bruch mit Erzbischof Friedrich von Mainz, der ursprünglich in den römischen Plänen Ottos eine zentrale Rolle gespielt zu haben scheint (Hehl, Papstbezug, S. 222) und der letztmals am 9. Oktober (D 137 = Reg. 2197) als Erzkapellan genannt wird (der Königsbruder Brun hat ihn schon in dem an Hartbert von Chur am 15. Oktober ergangenen D 139 [Reg. 2200] als formellen Kanzleileiter ersetzt), scheint mit dem Ausgang der Gesandtschaft (s. das folgende Reg.) nichts zu tun zu haben. – Neuerdings bezweifelt Maleczek, Überlegungen, S. 188-192, daß Otto damals überhaupt schon die Kaiserkrönung angestrebt habe; auch will er die Gesandtschaft erst Anfang 952 ziehen lassen; s. Reg. 2238, Kommentar. – Vgl. Köpke/Dümmler, Otto d. Gr., S. 199; Fasoli, I re d'Italia, S. 181; Mor, L'età feudale I, S. 175f. (der versehentlich den Bischof von Pavia als Legat nennt); Hiestand, Byzanz, S. 205f.; Wolf, Frage, S. 211, 220; Keller, Lernprozesse, bes. S. 24f., 29, 31, 44 u.ö.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 2203, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0951-10-00_4_0_1_3_3_771_2203
(Abgerufen am 25.02.2017).