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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Berengar und Adalbert bestätigen dem Kloster S. Vincenzo al Volturno (cenobium Christi martyris Vincentii situm in finibus Beneventanis) auf Bitten des dortigen Abtes Leo, der die Herrscherurkunden seines Klosters, darunter Urkunden des (Langobardenkönigs) Desiderius, Karls (d. Gr.), Ludwigs (d. Fr.), Lothars (I.) sowie Hugo und Lothars (D 59 = Reg. 1895) vorgelegt hat, den gesamten urkundlichen Besitzstand in den verschiedenen Gebieten des Regnum Italicum, darunter das Kloster S. Pietro in Trite im Territorium von Valva (S. Pietro ad Oratorium, Com. Bussi sul Tirino, Prov. Pescara), die Zelle S. Maria in Musano in Penne (Prov. Pescara), die Zellen 〈in Arole in den Abruzzen und〉 S. Maria in Duas Basilicas, das Kloster S. Pietro Apostolo am Fluß Sabato bei Benevent, das Kloster S. Maria in Luogosano (Luogosano, Prov. Avellino), 〈das Kloster S. Salvatore in Alife (Prov. Caserta),〉 das Kloster S. Giorgio in Salerno sowie 〈das Kloster S. Maria in territorio Marsicano (Marserland) im Ort Apinianici〉 – verleihen ihm das Inquisitionsrecht (liceat advocatorem suum per inquisitionem circa manentium liberorum hominum, sicut lex habet, hoc definire) und nehmen es mit allen Besitzungen in ihren Schutz (sub nostre tuitionis munburdum). – Pön 100 Pfund Gold. – Hubertus canc. ad vicem Bruningi episcopi et archicanc. – M. M. – a. inc. 951, a. r. 1, Ind. 10. – "Si iustis".

Überlieferung/Literatur

Kopien: Rom, Bibl. Vaticana, Cod. Barb. lat. 2724: Chron. Vulturnense, 1. Viertel 12. Jh., fol. 174r-175r (C). Die jüngeren Abschriften des Chron. Vulturnense verzeichnet Federici, Chron. Vult. II, S. 90 Anm. 2. – Drucke: Muratori, Rerum Ital. SS I/2, S. 428 (Auszüge); Duchesne, Hist. Franc. SS III, S. 698-699 (Auszüge); Leibniz, Annales II, S. 610-611 (Auszüge); Schiaparelli, I Diplomi di Berengario II e Adalberto, Nr. 4 S. 301-304; Federici, Chron. Vult. II, doc. 103 S. 90-94. – Farbabb. der Miniatur in C bei De Benedittis (ed.), San Vincenzo al Volturno, S. 423. – Reg.: B 1433. – Vgl. Di Meo, Annali V, S. 321; Martin, Actes, S. 54 Nr. 22.

Kommentar

Bei der Pieve S. Marini wird es sich um den heutigen gleichnamigen Hauptort der Repubblica di S. Marino südwestlich von Rimini handeln, wie schon Köpke/Dümmler, Otto d. Gr., S. 195 Anm. 1, angenommen haben. – Die Überlegungen von Bresslau, Urkundenlehre I2, S. 397 Anm. 3, sowie von Schiaparelli, Vorbemerkung, hinsichtlich uneinheitlicher Datierung (da Berengar und Adalbert noch am 22. September in Pavia bezeugt zu sein schienen, konnte der Hof frühestens Mitte Oktober in dem ca. 300 km entfernten S. Marino angekommen sein) erübrigen sich, wenn man davon ausgeht, daß D 2 schon auf dem Wege nach S. Marino ausgestellt war; vgl. Reg. 2192. – D 4 wiederholt weitgehend die VU Hugo und Lothars (D 59 = Reg. 1895), wie der Kursivdruck Schiaparellis zu erkennen gibt. An mehreren Stellen weicht die Besitzliste von der VU ab, wobei hier wie dort Interpolation nicht auszuschließen ist; vgl. Federici, a.a.O., S. 91 Anm. 2, dessen Interpolationsvermerke oben im Kopfregest durch < > gekennzeichnet sind. Insgesamt ist aber an der Echtheit der Urkunde schon wegen des korrekten Eschatokolls (vgl. zuletzt D 3 = Reg. 2192) nicht zu zweifeln. Schiaparelli glaubt sogar die Hand des Rekognoszenten in der Nachzeichnung des ss (für subscripsi) erkennen zu können. NUU sind vor allem DD O.I.245 u. 359 sowie D O.II.251, die allerdings auch nicht unproblematisch sind; der gesamte Fälschungskomplex S. Vincenzo al Volturno bedarf einer Neuuntersuchung; vgl. Zielinski, Introduzione, bes. S. *89f.; s. schon Reg. 2192 (Kommentar). Die Zelle S. Maria in Musano wird erstmals in der Urkunde des Papstes Marinus II. von 944 erwähnt (J-L 3625, ed. Federici, a.a.O., doc. 106, S. 105 Z. 8). Federici, der alle NUU penibel verzeichnet hat, notiert im Unterschied zu Schiaparelli in den Fußnoten auch deren Varianten, so daß beide Editionen parallel benutzt werden müssen.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 2196, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0951-09-26_1_0_1_3_3_764_2196
(Abgerufen am 20.01.2017).