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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Berengar und Adalbert bestätigen dem Kloster S. Maria del Senatore in Pavia (cenobium Senatoris, quod est constructum in honore beatissime Dei genitricis semperque virginis Marie, una cum ipsa congregatione) auf Bitten der dortigen Äbtissin Hermengarda (Ermengarda) nach dem Vorgang der Kaiser Lothar (I.) (Dep. Lo.I.181) und Ludwig (II.) (Dep., Reg. 450), König Karlmanns (Dep., Reg. 580), Kaiser Berengars (I.) (Dep., Reg. 1410) sowie der Könige Hugo und Lothar (Dep. 24 = Reg. 2050), deren Präzepte die Beauftragten (legati) der Äbtissin vorgelegt haben, Immunität und Königsschutz (sub nostra suscepimus defensione et immunitatis tuitione) sowie den gesamten namentlich aufgeführten Besitzstand mit allen Rechten, darunter dem Recht der Wahl der Äbtissin aus der eigenen Kongregation. – Pön 100 Pfund Gold. – Hubertus canc. ad vicem Bruningi episcopi et archicanc. – M. M. – a. inc. 951, a. r. 1, Ind. 10. – "Regali convenit".

Überlieferung/Literatur

Kopie: Mailand, Arch. di Stato, Museo diplom. sec. X, notar. Kopie von 1413 August 30 (D). – Drucke: Anon. Druck a. 1673, aus D: Mailand, Arch. di Stato (vgl. Schiaparelli, I Diplomi di Berengario II e Adalberto, S. 296); Muratori, Antiq. Ital. V, Sp. 963-966; CD Langob., Nr. 595 Sp. 1017-1020; Schiaparelli, I Diplomi di Berengario II e Adalberto, Nr. 3 S. 296-301, aus D; Gasparolo, Cartario Alessandrino III, Nr. 448 S. 31-35. Auch erwähnt von Robolini, Notizie II, S. 220f. – Reg.: B 1432. – Vgl. Kehr, Italia pontificia VI/1, S. 217.

Kommentar

Die Datierungsangaben führen einheitlich auf 951 September 22. Nur einen Tag später hat Otto d. Gr. anscheinend in Pavia zum ersten Mal für einen italischen Empfänger geurkundet (D 135 = Reg. 2194). Daher ist wohl von uneinheitlicher Datierung auszugehen. Die Erwähnung von legati der Äbtissin, die an die Könige herangetreten sind, deutet daraufhin, daß der Hof Pavia bereits in Richtung San Marino (vgl. Reg. 2196) verlassen hatte und die Äbtissin ihre Legaten hinterhergeschickt hat, um sich (angesichts des heranrückenden ostfränkischen Königs?) die Rechte des Klosters noch einmal bestätigen zu lassen. Möglicherweise wurde der Kontext des D 3 auf einem Blankett eingetragen, das bereits ein komplettes Eschatokoll mit Signum- und Rekognitionszeile sowie die Datierung (ohne Tagesdatum) mit der Ortsangabe Pavia enthielt. Wo D 3 nun tatsächlich ausgefertigt und mit dem Tagesdatum versehen wurde, bereits in San Marino oder noch auf dem Wege dorthin, muß offen bleiben. Vgl. auch Reg. 2196. – Die Mailänder Kopie (D) scheint nach dem Original gefertigt worden zu sein; die Nachzeichnung des Adalbert-Monogramms läßt darauf schließen, daß zumindest die Signumzeile von dem Schreiber des D 7 (Reg. 2256) stammt. – Das Diktat ist weitgehend von den nicht erhaltenen VUU abhängig, insbesondere wohl von der Immunitätsurkunde Kaiser Ludwigs II. (Reg. 450). Die überlieferte Urkunde Lothars d. Jüngeren (D 4 = Reg. 2076) wurde nicht herangezogen. Inwieweit einzelne unter den zahlreichen Bestimmungen nachträglich manipuliert oder gänzlich interpoliert worden sind, ist angesichts der ungünstigen Überlieferung nicht zu klären. Der Verdacht richtet sich insbesondere auf die Güterliste, darunter die Höfe Porlezza und Nesso; vgl. Besta, in: Storia di Milano II, S. 463; s. schon die diesbezüglichen Überlegungen Schiaparellis. Die von Schiaparelli herangezogene Kopie scheint auf ein Transumpt von 1194 zurückzugehen, wie der vollständige Druck (dieses Transsumpts oder nur der Kopie D?) durch Gasparolo zeigt. NUU sind D H.III.317 (gleichfalls interpolationsverdächtig) und das im Original überlieferte D F.I.324, das die zweifelhaften Güterliste unseres Stückes komplett übernimmt; vgl. Appelt, Vorbemerkung. – Allgemein zum Kloster vgl. die Reg. 2076 genannte Lit.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 2192, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0951-09-00_1_0_1_3_3_760_2192
(Abgerufen am 27.07.2017).