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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Berengar und Adalbert bestätigen dem von König Desiderius, ihrem Vorfahren (magnus avus), gegründeten Kloster S. Maria Maggiore in Mailand unter der Äbtissin Bertrada auf Bitten u.a. des Bischofs Atto von Vercelli nach dem Beispiel ihres Großvaters, des Kaisers Berengar (I.) (Reg. †1348), alle königlichen und kaiserlichen Verleihungen seit langobardischer Zeit, darunter insbesondere die Curtis Barenzate (Baranzate, Com. Bollate, Prov. Mailand) und die Curtis Cerclati (Cerchiate, Com. Pero, Prov. Mailand), und verleihen ihm die Immunität. – Pön 2000 Mankusen Gold. – Zeugenliste. – Robertus canc. ad vicem Bruningi episcopi archicanc. – M. – a. inc. 950, a. r. Be. et Ad. 1, Ind. 9. – "Dum venerabilibus".

Überlieferung/Literatur

Urschrift der Fälschung (?), Mailand, Arch. di Stato, Museo diplomatico, sec. X, Diplomi, angeblich beglaubigte Kopie a. 1219 März 10, 16./17. Jh. (B). Mehrere von B abhängige Kopien verzeichnet Schiaparelli, I Diplomi di Berengario II e Adalberto re, S. 349. – Drucke: Biffi, Gloriosa nobilitas, Nr. 2 S. 33-35 (zu 950); CD Langob., Sp. 1781 (Auszüge unter den "Chartae spuriae" zu 950 August 31); Schiaparelli, I Diplomi di Berengario II e Adalberto re, Appendice, S. 349-353. Auszüge schon in Origines Guelficae I, S. 53f. in Anm. p (aus Graeve – Burmans, Thesaurus III/1, S. 373).

Kommentar

Die Datierung führt mit Ausnahme des noch nicht umgesetzten Inkarnationsjahrs auf 951 August. – Das Machwerk gehört wie das zitierte Spurium Berengars I. (Reg. †1348), gewissermaßen die VU, zu einer ganzen Reihe von modernen Fälschungen ohne echten Kern mit dem Ziel, die Mailänder Visconti bis in langobardische Zeit zurückreichen zu lassen; vgl. Reg. †1348; s. auch Reg. †2402. Daß sich der Fälscher, wahrscheinlich der notorische Carlo Galluzzi († 1672, vgl. Dizion. biogr. degli italiani 51, 1998, S. 757f. [R. De Rosa]), auch einer authentischen Urkunde Berengars II. bedient hat (vor allem in Protokoll und Eschatokoll), ist offensichtlich, doch wird dies kaum eine Urkunde für S. Maria Maggiore gewesen sein; vgl. die von Schiaparelli, Vorbemerkung, aufgezeigten Diktatanklänge. Zu Cerchiate westlich Mailand vgl. schon Reg. †1348.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. †2187, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0951-08-31_1_0_1_3_3_755_2187
(Abgerufen am 18.10.2017).