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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Herzog Heinrich von Bayern besetzt Aquileia (Aquilegiam cepit: Widukind) und läßt den dortigen Patriarchen entmannen (castrari precepit: Thietmar).

Überlieferung/Literatur

Widukind II, 36, edd. Hirsch/Lohmann, S. 95; Thietmar Chron. II, 40 [25], ed. Holtzmann, S. 88.

Kommentar

Widukind erwähnt die nicht näher datierte Eroberung Aquileias (Prov. Udine) nach der Übernahme des Herzogtums durch Heinrich im November 947 (B-O 157a) und vor seinen beiden Ungarnzügen, die gemeinhin zu 950 und 951 datiert werden (B-O 190b), an. Ob ein Zusammenhang mit diesen besteht, ist indes unklar. Möglicherweise gehört die Besetzung Aquileias auch in die Vorgeschichte des ersten Italienzugs Ottos d. Gr.; vgl. Delogu, Berengario II, S. 30. – Daß es während der Besetzung Aquileias zu der nur von Thietmar genannten Gewalttat an dem Patriarchen gekommen ist, hat bereits Klebel, Patriarchen, S. 399, angenommen (er denkt an den Patriarchen Lupus II., den Vorgänger des Patriarchen Ingelfred [Reg. 2477]); zustimmend auch Krahwinkler, Friaul, S. 299f., der vermutet, daß Lupus in bayerischer Gefangenschaft gestorben ist. – Vgl. Köpke/Dümmler, Otto d. Gr., S. 187; Paschini, Vicende, S. 77, 81f.; Ders., Storia, S. 196; Hiestand, Byzanz, S. 205 (zu 949); Reindel, in: Handbuch der bayer. Geschichte I2, S. 292; Engels, Herrschaftsstruktur, S. 278f.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 2176, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0951-00-00_1_0_1_3_3_744_2176
(Abgerufen am 17.01.2017).