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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Lothar schenkt (concedimus, donamus atque largimur ) seinem Getreuen, dem Judex Nazarius, auf Intervention und Bitten des Pfalzgrafen Lanfranc, aus Königsgut (iuris regni nostri ) einen genau bezeichneten Abschnitt der Stadtmauer von Como, und zwar von der Porta S. Laurentii bis zur pusterula Fontescandia , mit Türmen und arei sowie einem Streifen von sechs Fuß Breite vor und hinter der Mauer zu freiem Eigen. -- Pön 50 Pfund Gold. -- Petrus qui et Amizo regius cap. ad vicem Bruningi episcopi et archicap. -- MF. SR. SI. -- a. inc. 949, a. r. 19, Ind. 7. -- "Si ratis".

Überlieferung/Literatur

(Or. Pavia, Museo Civico (A). -- Drucke: Fanta , Unedirte Diplome II, Nr. 18 S. 401; Maiocchi , Un diploma inedito, S. 81; Schiaparelli , I Diplomi di Lotario, Nr. 13 S. 280-281. -- Faksimile des Siegels: Arch. paleogr. ital., Taf. 90, Nr. 19. -- Reg.: Pflugk-Harttung , Iter Italicum I, S. 338 Nr. 6.)

Kommentar

Die Datierungsangaben führen einheitlich auf August 949. -- Das gegen Ende des 19. Jahrhunderts noch in Privatbesitz befindliche Diplom, das als erster Fanta nach einer ihm vom damaligen Besitzer, dem Cav. Camillo Brambilla , mitgeteilten Kopie ediert hat, ist 1897 ausführlich von Maiocchi, a.a.O., S. 81-89, ediert und besprochen worden. Zum gut erhaltenen Siegel vgl. ebd., S. 83; Schiaparelli , Ricerche V, S. 160. -- Das SR wurde unüblicherweise mit einigem Abstand vom Wort reconcnovi (sic!) eingetragen (vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 159 Anm. 1). Zudem wurden die ersten Worte der Rekognitionsformel: Petrus qui et , von anderer Hand, wohl vom Rekognoszenten selbst, nachgetragen. Dieselbe Hand hat anscheinend auch eine Korrektur am Text vorgenommen (Anm. c in der Ed. Schiaparelli ). Der übrige Text, mit Ausnahme der Datierung (diese ist in ganz heller, nur hier vorkommender Tinte geschrieben), stammt von einer anderen unbekannten Hand, die, wie der Tintenwechsel nahelegt, zwei Anläufe benötigt hat; vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 73f. -- Zum Kapellan Petrus qui et Amizo , der noch in DD 14 u. 15 (Regg. 2142 u. 2147) nachweisbar ist, vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 64. Möglicherweise ist er identisch mit dem Kanzlisten Amizo in D 7 (Reg. 2086); vgl. auch Bresslau , Urkundenlehre I2 , S. 397 Anm. 2. Der Erzkanzler Bruning führt nur hier den Titel eines Erzkapellans, doch glaube ich nicht mit Schiaparelli , Ricerche V, S. 61, an ein Schreiberversehen. -- Das Formular ist unauffällig; vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 174. Der Kanzlei Ottos II. scheint unser Stück 983 vorgelegen zu haben (D O.II.312, vgl. Neues Archiv 23, S. 279). -- Zum Pfalzgrafen Lanfranc, der auch unter König Hugo in D 79 interveniert hat (Reg. 1997), und zum Judex Nazarius, der in Mailand und Monza mehrfach bezeugt ist (s. das Sonderregister), s. auch Maiocchi , a.a.O., S. 85-87.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 2129, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0949-08-20_1_0_1_3_3_697_2129
(Abgerufen am 24.01.2017).