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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Lothar erlaubt (licentiam concedimus ) Waremund, seinem Getreuen, auf Intervention und Bitten des Grafen Aleram (Aledram I.), sich einen advocator und missus zu wählen, durch den seine Besitzstreitigkeiten wie in Gegenwart eines Grafen oder Königsboten (tamquam ante presentiam comitis vel missi nostri percurrentis ) geschlichtet werden sollen; seine Besitzungen darf er durch Türme und Kastelle befestigen; in gerichtlichen Auseinandersetzungen braucht er sich nur in der Königspfalz zu verantworten (legem sine sua voluntate in alico loco non faciat, nisi in palatio nostro ); schließlich erhält er für den Fall, daß er auf seinem Besitz negotia oder Märkte errichten will, alle üblicherweise dem Fiskus zustehenden Einnahmen (quicquid exinde parti publicae pertinere debetur ). -- Pön 500 Mankusen Gold. -- Odelricus canc. ad vicem Bruningi episcopi et archicanc. -- MF. SR. SI. -- a. inc. 948, a. r. 17, Ind. 6. -- "Oportet nos".

Überlieferung/Literatur

(Or. Mailand, Arch. di Stato, Museo diplom. sec. X (A). -- Mehrere neuzeitliche Kopien verzeichnet Schiaparelli , I Diplomi di Lotario, S. 274. -- Faksimile: Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 24 (mit Regest); nur das Siegel auch ebd., Taf. 90, Nr. 20. -- Drucke: Muratori , Antiq. Ital. II, Sp. 469-470, aus A = Moriondo , Monumenta Aquensia II, Nr. 4 Sp. 291 (Auszüge) = Muletti , Memorie di Saluzzo I, S. 290 (kurze Auszüge); CD Langob., Nr. 586 Sp. 1001-1002; Schiaparelli , Trascrizioni, Taf. 24 S. 94-97; Ders ., I Diplomi di Lotario, Nr. 10 S. 274-276. -- Regg.: B 1428; Hübner , Nr. 892; Savio , Indice del Moriondo, S. 9 Nr. 12.)

Kommentar

Das Königsjahr führt auf 947, widerspricht aber der Indiktion und dem Inkarnationsjahr; vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 150; s. auch ebd., S. 57. Der kurze Aufenthalt Lothars in Tuszien im Sommer 947 wird auch durch DD 8-9 (Regg. 2100 u. 2101) nahegelegt, die anscheinend auf dem Weg nach Süden ausgestellt wurden; vgl. das vorige Reg. -- Das rechtsgeschichtlich bemerkenswerte Stück wurde zur Gänze von einem Schreiber mundiert, der schon in der Kanzlei Hugos begegnet (D 46 = Reg. 1782); zu seinen Schrifteigentümlichkeiten vgl. Schiaparelli , Trascrizioni, S. 95. Zum üblichen Siegel vgl. ebd. S. 96. -- Der Empfänger ist nicht weiter nachweisbar. Graf Aleram (Aledram) I. ist zuletzt in D 79 (Reg. 1997) als Intervenient begegnet; vgl. zu ihm bes. D 35 (Reg. 1682). Zur Sache s. auch Settia , Castelli e villaggi, S. 88. -- Daß D 10 nicht ohne Zustimmung Berengars II. ausgestellt wurde, der den König anscheinend nach Tuszien begleitet hat (s. Reg. 2100), vermutet Hlawitschka , Franken, S. 118.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 2106, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0948-07-05_1_0_1_3_3_674_2106
(Abgerufen am 17.01.2017).