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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Hugo und Lothar schenken (tradimus, donamus atque concedimus ) den Kanonikern der mbox{(Kollegiat-)} Kirche von S. Antonino (in Piacenza) (canonicis de eclesia B. Antonini ) auf Bitten des Bischofs Boso von Piacenza aus Königsgut (de nostro iure et dominio ) eine von dem massarius Andreas in Ancariano (Ancarano, Com. Rivergaro, Prov. Piacenza) bewirtschaftete Manse (mansum unum in loco qui dicitur Ancariano, laboratum per Andream massarium ), die dem weiland königlichen servus Berterit gehörte (que quondam fuit Berteriti cuiusdam nostri servi ), mit allen Pertinentien zu freiem Eigen. -- Pön 100 Pfund Gold. -- Petrus in Dei nomine episcopus regio iussu. -- MF. MF. SR. SI. -- a. inc. 944, a. r. Hu. 20, Lo. 15, Ind. 4. -- "Si nostrorum".

Überlieferung/Literatur

(Or. Piacenza, Arch. di S. Antonino, perg. antiche, G sotto (A). -- Kopie: Ebd., cass. D.58, 12. Jh. Zwei Kopien Ende 18. Jh. auch Piacenza, Arch. Capit., Ms. Boselli , "Copie de carte antiche esistenti nell'Archivio antichissimo della Chiesa di S. Antonino di Piacenza", pp. 12 u. 235 (vgl. Nasalli Rocca , L'Archivio Capitolare di S. Antonino, S. 291; Schiaparelli , I Diplomi di Guido e di Lamberto, S. 71). -- Faksimile: Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 52 (mit Regest); nur das Siegel auch ebd., Taf. 90, Nr. 16. -- Drucke: Dümmler , Urkunden, Nr. 18 S. 310-311, aus A; Mühlbacher , Unedirte Diplome III, Nr. 16 S. 458-459; Schiaparelli , Trascrizioni, Taf. 52 S. 193-199; Ders ., I Diplomi di Ugo e di Lotario, Nr. 82 S. 241-242. Schon erwähnt von Campi , Dell'historia di Piacenza I, S. 263 (mit "17. Cal. Mart."), sowie von Boselli , Delle storie piacentine I, S. 50, 59 Anm. 70. -- Reg.: B 1421.)

Kommentar

Da Regierungsjahre und Indiktion 946 ergeben, muß das Inkarnationsjahr 944 auf einem Irrtum beruhen oder sich auf die schon länger zurückliegende Handlung beziehen; vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 150. -- Das vorletzte überlieferte Diplom Hugos und Lothars, über dessen Schrift und äußere Merkmale Schiaparelli , Trascrizioni, S. 194-197, ausführlich gehandelt hat, verdient wegen der auffälligen Rekognitionsformel besondere Beachtung. Die ungewöhnliche Formel ähnelt eher einer bischöflichen Unterschrift, da Bischof Petrus (von Mantua), der auch das nachfolgende D 83 (Reg. 2024) rekognosziert hat, keinen Kanzleititel führt. Der ehemalige Erzkanzler Boso, hier als Intervenient für die Kanoniker seines Bistums aufgeführt, hat das Ehrenamt des Erzkanzlers anscheinend verloren; vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 54, 60. Bei Petrus von Mantua wird es sich im übrigen um den ehemaligen Kanzlisten Hugos handeln, der zuletzt 936 nachweisbar ist (Reg. 1743); vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 62, 64; Reg. 1770 (Kommentar). Rekognitionsformel und Datierung scheinen von seiner Hand zu stammen. Ein anonymer, ihm nahestehender Schreiber (Petrus H) hat den übrigen Text geschrieben; vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 69. Zum Siegel s. Schiaparelli , Ricerche V, S. 160. -- Zum Empfänger vgl. zuletzt D 65 (Reg. 1937).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 2020, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0946-02-22_1_0_1_3_3_588_2020
(Abgerufen am 26.03.2017).