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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Lothar bestätigt (confirmamus, concedimus et restauramus ) der (bischöflichen) Kirche von Mantua (s. Mantuane ecclesie ) unter Bischof Petrus auf Rat und Bitten (consultu ac peticione ) des Markgrafen Berengar (II.), des summus regni nostri consiliarius , und des Grafen Mainfred (Maginfred von Parma) das von seinen Vorgängern verliehene Münzrecht (publicam ipsius civitatis monetam a prescessoribus [sic!] nostris iam dicte sedi concessam ), mit der Bestimmung, daß diese Münze in Mantua, Verona und Brescia Gültigkeit haben soll (firmum et inviolabilem habeat roborem et absque alicuius interdictu firmiter discurrat ) und gemäß der zwischen den Cives der genannten Städte getroffenen Vereinbarung im Gewicht und Silberanteil nicht abgeändert werden darf (secundum libitum et conventum civium predictarum urbium constet atque permaneat mixtio argenti et ponderis quantitas ). -- Pön 50 Pfund Gold. -- Teodulfus canc. ad vicem Bruningi episcopi et archicanc. -- MF. SR. SI D (in quo imago patris nostri impressa esse videtur ). -- a. inc. 945, a. r. 15, Ind. 3. -- "Si ratis".

Überlieferung/Literatur

(Or. Mantua, Arch. Vescovile, Busta I, n. 1 (A). -- Mehrere neuzeitl. Kopien verzeichnet Schiaparelli , I Diplomi di Lotario, S. 251. -- Faksimile: Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 51 (mit Regest). -- Drucke: Volta , Zecca di Mantova, in: Zanetti , Nuova raccolta III, S. 241-242 = Cappelletti , Le chiese d'Italia XII, S. 21-22 = Portioli , La zecca di Mantova I, S. 36; Schiaparelli , Trascrizioni, Taf. 51 S. 189-193; Ders ., I Diplomi di Lotario, Nr. 1 S. 251-252. -- Regg.: Cipolla , Fonti edite, Nr. 210 S. 64; Torelli , Reg. Mantovano I, Nr. 21 S. 16-17; Fainelli , CD Veronese II, Nr. 233 S. 349.)

Kommentar

Die Datierungsangaben stimmen zu 945 Mai überein. -- Das einzige Diplom, das Lothar zu Lebzeiten seines Vaters ohne dessen Mitwirkung ausgestellt hat, spiegelt den politischen Umschwung im Frühjahr 945 wider, als Hugo vorübergehend entmachtet und Lothar zum König von Berengars Gnaden gekürt worden war; vgl. bes. Reg. 2000. Die überragende Stellung Berengars am Hof Lothars hat ihren Niederschlag im Consiliarius-Titel des Markgrafen gefunden; vgl. Keller , Struktur, S. 179f. Beachtung verdient auch, daß in der Siegelbeschreibung ausdrücklich auf das Bildnis Hugos hingewiesen wird, obwohl dieser in der Datierung schon gar nicht mehr genannt wird. Wir haben es offensichtlich mit dem aus DD 40 u. 82 (Regg. 1726 u. 2020) bekannten Siegel zu tun, auf dem Hugo und Lothar gemeinsam abgebildet sind; dieses Siegel scheint Lothar als alleinregierender König zunächst weitergeführt zu haben. Vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 51, 160f. -- Geschrieben wurde das gut erhaltene Original bis auf die Rekognition von einem noch mehrfach unter Lothar nachweisbaren Kanzlisten (DD 4 u. 7 = Regg. 2076 u. 2086), der wohl ein Schüler des ehemaligen Kanzlers Giseprand war; vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 72f.; Ders ., Trascrizioni, S. 192. Die Rekognition stammt wohl von dem nur hier als Kanzler bezeugten Teodulf, der in der Kanzlei Hugos schon als Kapellan begegnet war und seine neue Würde nach der Rückkehr Hugos (Reg. 2011) sofort wieder verloren hat; vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 63; Ders. , Trascrizioni, S. 190. Möglicherweise wurde Teodulf anschließend Bischof von Genua (945-981); vgl. Schiaparelli , Trascrizioni, S. 191f. -- Der hier erstmals begegnende Erzkanzler Bruning von Asti, der sein Amt offensichtlich Berengar verdankte, behielt die neue Würde in der Folgezeit bei; vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 60; Ders ., Trascrizioni, S. 120. -- Zu Graf Mainfred (Maginfred) von Parma, der Berengar II. nahestand, vgl. bereits D 80 (Reg. 2002); Hlawitschka , Franken, S. 230-233. -- Die Münze von Mantua hatte schon Berengar I. dem Bistum bestätigt (Reg. 972); vgl. auch D O.III.255 u. D H.II.462. Zur Sache Mor , Gouvernés, S. 414f.; Arnaldi , Da Berengario agli Ottoni, S. 513-516. Zur Vereinbarung zwischen den betroffenen Städten (libitum et conventum civium ) vgl. Gasparri , Venezia, S. 72. Allgemein zu Mantua im 10. Jahrhundert vgl. Coniglio , Mantova I, S. 71ff., bes. S. 102f., 112f. Bischof Petrus von Mantua, der ehemalige Kanzler Hugos (s. zuletzt Reg. 1743), ist nur noch 956 bezeugt (Regg. 2020 u. 2024); s. Savio , Vescovi. Lombardia II/2, S. 253f.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 2006, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0945-05-27_1_0_1_3_3_573_2006
(Abgerufen am 21.02.2017).