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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Hugo und Lothar schenken den Kanonikern der (Kollegiat-) Kirche S. Antonino in Piacenza (ecclesia B. Christi martiris Antonini in usu et sumptu canonicorum in eadem ecclesia pro tempore Christo famulantium, ubi Christi martyris Antonini conditum corpus quiescit ) für das Seelenheil ihres avus , des Kaisers (!) Lothar (II.), der in der genannten Kirche sein Grab gefunden hat (pro Dei amore et anime avii nostri Lotharii imperatoris, cuius corpus infra basilicam S. Antonini martyris humatum quiescit ), aus Königsgut (iuris nostri ) zwei sortes in den Villae Gabiano (Gabbiano, Com. Pianello Val Tidone, Prov. Piacenza) und Fabrica , sowie eine sors in der Villa Flabiano (Fabbiano, Com. Borgonovo Val Tidone, Prov. Piacenza) -- diese zum Seelenheil ihres Getreuen Petrus, der vor den Mauern Piacenzas im Kampf für sie gefallen ist und sein Grab im Atrium der genannten Kirche gefunden hat (Reg. 1936) -- , bestätigen den gesamten Besitz, den die Kirche von den Kaisern Karl (d. Gr., Dep.) und Lothar (I., Dep.) sowie allen übrigen Königen und sonstigen Donatoren erhalten hat, bekräftigen die Gültigkeit aller Präzepte und sonstigen Urkunden (precepta quoque et reliqua munimina cartarum ), auch wenn diese durch Brand oder sonstwie verloren gegangen sind, gewähren der Kirche das Inquisitionsrecht und nehmen sie schließlich mit dem gesamten Klerus in ihren Schutz (sub nostre tuitionis munburdum ). -- Introitusverbot. -- Pön 200 Pfund Gold. -- Giseprandus canc. ad vicem Bosonis episcopi et archicanc. -- MF. MF. SR. SI D. -- a. inc. 943, a. r. Hu. 17, Lo. 13, Ind. 1. -- "Regni nostri".

Überlieferung/Literatur

(Or. Piacenza, Arch. di S. Antonino, vormals "perg. antiche, G sotto", jetzt: Diplomatico, Atti pubblici, n. 10 (A). -- Kopie: Ebd., cass. D.58, 12. Jh. (B). Mehrere jüngere Kopien verzeichnet Schiaparelli , I Diplomi di Ugo e di Lotario, S. 194. -- Drucke: Campi , Dell'historia di Piacenza I, Nr. 50 S. 487 = Eckart , Origines, Nr. 24 Sp. 153-154 = Origines Guelficae I, Nr. XI S. 244-246 = Leibniz , Annales II, S. 518 (Auszüge); Schiaparelli , I Diplomi di Ugo e di Lotario, Nr. 65 S. 194-196. -- Reg.: B 1413. Vgl. Rossi , Elenco, S. 140 Nr. 125.)

Kommentar

Das Regierungsjahr Lothars wurde bereits umgesetzt, wohl parallel zum Inkarnationsjahr, wie schon Schiaparelli , Ricerche V, S. 149, vermutet hat. -- Die Rekognition dürfte vom Kanzler Giseprand selbst stammen, während der Kapellan Teodulf den Kontext mundiert haben dürfte; vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 70, 72. -- Für den zweiten Teil des Kontextes diente D 27 (Reg. 1615), gleichfalls für die Kanoniker von S. Antonino (sonst auch SS. Antonino e Vittore), als VU; vgl. den Kursivsatz in der Edition Schiaparelli s. Zum Diktat der ganzen Piacentiner Urkundengruppe (DD 5, 27, 65, 78, 82, D Lothar d. Jüngere 7, s. Regg. 1500, 1615, 1937, 1995, 2020 u. 2086) vgl. auch Ders. , Ricerche V, S. 167f. Zum fidelis Petrus s. das vorige Reg. -- Beachtung verdient, daß der am 8. August 869 in Piacenza verstorbene und in S. Antonino beigesetzte Lothar II. (vgl. Reg. 300) als imperator tituliert wird, was auch sonst gelegentlich vorkommt und noch die Ordnungszahl Kaiser Lothars III. erklären könnte; vgl. Engels , Beiträge I, S. 392f. (S. 51f.). -- Die genannten Deperdita Karls d. Gr. und Lothars I. sind von Schiaparelli mit Lechner , Nr. 411 u. 412 (Schieffer , Dep. Lo.I.182) gleichgesetzt worden, doch schwerlich zu Recht, da jene an das Bistum gingen. Wie schon die Überlieferung zeigt, muß es entsprechende Urkunden auch für die Kollegiatkirche S. Antonino gegeben haben. Vgl. Reg. 665 und D 27 (Reg. 1615). -- Bischof von Piacenza war 943 der Erzkanzler und illegitime Sohn Hugos, Boso; vgl. zuletzt Reg. 1924; Schiaparelli , Ricerche V, S. 60.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 1937, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0943-03-11_2_0_1_3_3_504_1937
(Abgerufen am 24.09.2018).