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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Hugo veranlaßt die Ungarn, (die in Italien eingefallen sind,) durch die Zahlung von zehn Scheffeln Münzgeld und die Stellung von Geiseln zum Friedensschluß und zum Weiterzug nach Spanien, zu welchem Zweck er ihnen einen Führer mitgibt (datis decem nummorum modiis pacem cum Hungariis fecit, quos ab Italia acceptis obsidibus expulit atque in Hispaniam dato eis praeduce direxit ).

Überlieferung/Literatur

(Liutprand, Antapodosis V, 19, ed. Becker , S. 141 (ed. Chiesa , S. 134).)

Kommentar

Die chronologische Einordnung beruht auf der relativen Chronologie Liutprands in Verbindung mit anderen Nachrichten, die von ungarischen Aktivitäten 943 wissen; vgl. Fasoli , Incursioni ungare, S. 175f.; s. etwa Herim. Aug. Chron. a. 943, ed. Pertz , S. 114. Eine identische Summe Geldes hat nach Liutprand auch Berengar II. etwa um 947 gezahlt (Reg. 2082). -- Wie Liutprand weiter berichtet, kamen die Ungarn auf ihrem Wege nach Spanien nur bis in die Provence, wo sie in die unwirtliche Ebene des Crau (am Unterlauf der Rhône) gerieten; weil sie sich verraten wähnten, brachten sie den ihnen von Hugo mitgegebenen Führer um. Bei dem von Liutprand in diesem Zusammenhang direkt angeredeten spanischen Adressaten (ad Hispaniam et ad civitatem ipsam, in qua rex vester moratur, Cordobam [Cordoba] non venerunt, haec causa fuit ... ) handelt es sich um Bischof Recemund von Elvira, dem der Chronist sein "Buch der Vergeltung" gewidmet hat; vgl. Reg. 2327. -- Vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 46 m. Anm. 2; Fasoli , Incursioni ungare, S. 175-177; Dies. , I re d'Italia, S. 154; Mor , L'età feudale I, S. 155. -- Vgl. noch Köpke/Dümmler , Otto d. Gr., S. 130, 136 Anm. 3; Hartmann, Geschichte III/2, S. 232.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 1962, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0943-00-00_1_0_1_3_3_529_1962
(Abgerufen am 27.02.2017).