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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Hugo und Lothar schenken (donamus atque largimur ) ihrem Getreuen Milo auf Bitten und Intervention des Grafen Ilderich ihren Besitz (res iuris nostri et iuris regni nostri ) in loco et fundo Runco prope Monte und in loco et fundo corte que nuncupatur Spoletina im Comitat von Parma mit allen Pertinentien zu freiem Eigen. -- Pön 100 Pfund Gold. -- Teudulfus canc. ad vicem Bruningi aepiscopi et archicanc. -- M. M. SI D. -- a. inc. 941, a. r. Hu. 15, Lo. 10, Ind. [...]. -- "Si iustis".

Überlieferung/Literatur

(Kopien: Parma, Arch. Capitolare, Diplomatico, sec. X, n. XL, imitierende Kopie 11. Jh. (B). -- Kopien: Ebd., Arca A inf., "Transumptum omnium documentorum" von 1750, t. II, pp. 118-120 n. 40; ebd., Arca A, caps. 2, fasc. 2, n. 40, 18. Jh. Eine weitere Kopie 19. Jh. verzeichnet Schiaparelli , I Diplomi di Ugo e di Lotario, S. 178. -- Drucke: Affò , Storia di Parma I, Nr. 60 S. 346-347, aus B; Schiaparelli , I Diplomi di Ugo e di Lotario, Nr. 60 S. 178-180; Drei , Le carte parmensi I2 , S. 150-151 Nr. 49. -- Regg.: B 1408; Fainelli , CD Veronese II, S. 338 Nr. 226.)

Kommentar

Den Ausstellort konnte der Kopist nicht mehr lesen. Der Empfänger (s. unten) macht es aber wahrscheinlich, daß Hugo Mitte August wieder nach Oberitalien zurückgekehrt war. Rom sollte er nicht wiedersehen. -- Die angegebenen Königsjahre sind, wie auch sonst häufiger zu beobachten, noch nicht umgesetzt; vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 149, 151. -- Das nur in einer schlecht erhaltenen Kopie, die ein Original imitiert und ehemals sogar besiegelt war (vgl. Regg. 1500 u. 1653), überlieferte D 60 nennt in der Rekognition mit dem Kanzler Teudulf und dem Erzkanzler Bruning (Bischof von Asti) jene Kanzlisten, die ansonsten erst während der Alleinherrschaft Lothars in diesen Ämtern bezeugt sind (vgl. Reg. 2006 = D Lothar d. Jüngere 1). Entweder liegt ein Versehen des Kopisten vor, der den seit 942 als capellanus bezeugten Teodulf (Regg. 1918/1919) fälschlich frühzeitig zum Kanzler macht und zudem "Bruning" für den amtierenden Erzkanzler "Boso" gelesen hat (Schiaparelli , Ricerche V, S. 64 Anm. 2), oder aber die Rekognitionsformel wurde aus einer jüngeren Urkunde übernommen, was natürlich die Authentizität des D 60 insgesamt ins Zwielicht rückte (Schiaparelli , a.a.O.). Nicht undenkbar erscheint auch, daß die Formel später, frühestens 945 während der zeitweiligen Entmachtung Hugos (vgl. Reg. 2000), in ein bis dahin unvollzogenes Original nachgetragen wurde. Daß der spätere Kanzler Teudulf tatsächlich an der Herstellung des D 60, vielleicht sogar als Schreiber, beteiligt war, dafür sprechen auch einzelne Diktateigentümlichkeiten, auf die Schiaparelli , Ricerche V, S. 72, aufmerksam gemacht hat; vgl. noch Ders ., Ricerche V, S. 53 u. 61. -- Der Empfänger ist wohl mit Graf Milo von Verona identisch (vgl. bes. Reg. 1701), für den Hugo vor 929 schon einmal geurkundet hat (Reg. 1570); er sollte bald von Hugo abfallen (Reg. 1989). Zu Graf Ilderich, der provenzalischer Herkunft war und später ins Kloster Cluny eintreten sollte, s. schon D 53 (Reg. 1842), dort in der Schreibweise Eldrich. -- Bei Runco prope Monte könnte es sich um den in D Lothar d. Jüngere 9 (Reg. 2101) erwähnten Ort unweit von Parma handeln, wo Lothars Mutter Alda Besitz hatte: cortis illa de Monti, que dicitur Runcaria .

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 1897, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0941-08-13_1_0_1_3_3_464_1897
(Abgerufen am 20.01.2017).