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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Hugo und Lothar bestätigen dem Kloster Theodote in Pavia (monasterium quod dicitur Theodote ... infra urbem Ticinensem ) unter der Äbtissin Rixinda auf Bitten ihrer consiliarii , des Bischofs Sigefred (von Parma) und des Samson, die ein für die Äbtissin Rixinda ausgestelltes Präzept des verstorbenen Kaisers Ludwig (III.) (Reg. 1128) vorgelegt haben, die Immunität und den gesamten namentlich aufgeführten Besitzstand (wie Regg. 1099 u. 1128), bekräftigen die Abgabenfreiheit für die Schiffe des Klosters (datio navigium ) und übertragen und bestätigen dem Kloster zwei für den Fischfang geeignete Furten im Ticino, unum qui nominatur iuxta Furcas et basilica S. Germani ... alterum vadum iuxta runco que nominatur S. Petri , in genau bezeichneter Lage. -- Pön 100 Pfund Gold. -- Recco canc. ad vicem Gerlanni abbatis et archicanc. -- M. M. SR. SI D. -- a. inc. 931, a. r. Hu. 6, Lo. 2, Ind. 5. -- "Si circa".

Überlieferung/Literatur

(Or. oder imitierende zeitgenössische Kopie Mailand, Bibl. Ambrosiana, perg. 824 (vormals D.I.n.24) (A). -- Faksimile: Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 43 (mit Regest). -- Drucke: Muratori , Antiq. Ital. II, Sp. 57-60; CD Langob., Nr. 543 Sp. 926-929; Schiaparelli , Trascrizioni, Taf. 43 S. 164-169; Ders ., I Diplomi di Ugo e di Lotario, Nr. 30 S. 90-94. -- Regg.: B 1388 (fälschlich mit Empfänger S. Sisto in Piacenza).)

Kommentar

Das angegebene Inkarnationsjahr widerspricht allen übrigen Datierungsangaben, die auf 932 führen; vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 147. Wegen der vielen vergleichbaren Datierungsfehler in den Urkunden Hugos und Lothars (vgl. ebd., bes. S. 151) ist uneinheitliche Datierung, an die Schiaparelli in seiner Vorbemerkung denkt, eher unwahrscheinlich. -- Der Kanzler Recco und der Erzkanzler Gerlannus sind zuletzt in D 23 (Reg. 1583) gemeinsam begegnet. -- Ob es sich bei unserem D 30 um ein Original handelt, ist unklar; vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 68; Ders ., Trascrizioni, S. 165. Die Schrift ähnelt der in den Originalen D 20 (für S. Pietro in Ciel d'Oro in Pavia, s. Reg. 1564) und D 23 (für Bistum Volterra: Reg. 1583), die beide von einem unbekannten Kanzlisten mundiert wurden (Recco A). Der Schreiber unseres D 30 hat sich auch bemüht, die wahrscheinlich autographe Rekognition des Kanzlers Recco, wie sie in den genannten DD 20 und 23 vorliegt, zu imitieren. Ob die Monogramme vollzogen wurden, läßt sich nicht einwandfrei feststellen. Daß zeitgenössische Kopien besiegelt wurden, ist auch sonst gelegentlich nachweisbar; vgl. D 5 (Reg. 1500, Kommentar). Allgemein zu solchen Kopien auch Huschner , Imitative Kopien. -- Obwohl in der Narratio nur das Präzept Ludwigs III. für die Äbtissin Rixinda erwähnt wird (Reg. 1128), wiederholt unser Stück weitgehend das etwas ältere Präzept Berengars I. für denselben Empfänger (Reg. 1099 = VU), wie der Kursivdruck in der Edition Schiaparelli s zeigt. Dieser Abhängigkeit ist auch das sinnstörende preceptum dive memorie Hloduici imperatoris nostra pietate collatum (S. 91 Z. 9f.) zu verdanken. Dem Kopisten oder Kanzlisten sind noch weitere Fehler unterlaufen, wie Schiaparelli im einzelnen gezeigt hat. Sachlich hinzugekommen im Vergleich zur VU sind neben der ausdrückliche Befreiung von der datio navigium nur die beiden genannten Furten, wobei allerdings Furcas schon von Ludwig III. (Reg. 1128) dem Kloster übertragen worden war. NUU sind D O.I.274 und D O.III.221 (vgl. Huschner , Kommunikation, S. 98 Anm. 327, 101 Anm. 338, 614f. m. Anm. 1017 u.ö.). -- Allgemein zum Empfänger vgl. neben neben Regg. 1099 u. 1128 noch Reg. 1087; s. auch Peroni , S. Maria "Teodote". Zu Sigefred von Parma s. zuletzt Reg. 1615. Zu (Graf) Samson vgl. zuletzt Reg. 1609.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 1653, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0932-04-28_1_0_1_3_3_219_1653
(Abgerufen am 12.12.2017).