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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Hugo und Lothar schenken und bestätigen (dederunt et confirmaverunt ) dem Patriarchen Ursus von Aquileia den Wasserlauf (aqua ) Natissum (Fiume-Natisone), der im Unterlauf Amphora heißt (que etiam inferius Amphora nominatur ), sowie die zum Schultheißenbezirk Ampliano gehörenden Gerichtsrechte (placitum quod pertinet de sculdasia [auch: a sculdascia ] Ampliano ) mit allen Pertinentien und Rechten. -- a. 931, Ind. 4.

Überlieferung/Literatur

(Deperditum, erwähnt in regestenartiger Form (in leicht unterschiedlichen Versionen) in mehreren gelehrten Sammlungen des 16.-18. Jahrhunderts (vgl. Schiaparelli , a.a.O., sowie die weitgehend parallele Überlieferung des D 28 [das vorige Reg.]). -- Druck: Schiaparelli , I Diplomi di Ugo e di Lotario, Diplomi perduti, Nr. 13 S. 365f. (mit den älteren Drucken und Regesten). Vgl. Fainelli , CD Veronese II, Nr. 207 u. 209 S. 293f., Nr. 216 S. 312 (der aus dem zit. Text drei Deperdita rekonstruiert!).)

Kommentar

Am 17. Oktober haben Hugo und Lothar in Verona für Aquileia unter dem Patriarchen Ursus geurkundet (D 28, s. das vorige Reg.). Die schon von Schiaparelli geäußerte Vermutung liegt daher nahe, daß auch unser aus gleicher Überlieferung stammendes Deperditum etwa damals ausgestellt wurde. D 28 ist im übrigen durch denselben Fehler in der Angabe der Indiktion charakterisiert wie unser Deperditum (Ind. 4 statt Ind. 5). -- Inhaltlich stellt das Stück eine Wiederholung der Urkunde Berengars I. von 900 November 10 dar (Reg. 1116; vgl. die zugehörige Lit.). Dort erfährt man auch, daß die Wasserrechte, genauso wie die genannten Gerichtsrechte, ursprünglich Pertinenz des Schultheißenbezirkes Ampliano , von Berengar als Gastaldat bezeichnet, waren, ein Zusammenhang, der in den zitierten Textauszügen, die unserem Deperditum zugrundeliegen, nicht mehr deutlich wird. Zu den zugehörigen Rechten gehörte auch ein jährlich an den Fiskus zu zahlender Zins, wie wir gleichfalls aus der Urkunde Berengars erfahren (censum, qui annualiter nostre parti dabatur ). -- Manaresi , Placiti I, Placiti perduti, Nr. 1 S. 587 (danach Fainelli , a.a.O., Nr. 207), sieht in unserem Text einen Hinweis auf ein verlorenes Placitum (vgl. Reg. 1642), was aber kaum zutreffend ist. -- Zu den genannten Örtlichkeiten vgl. die Reg. 1116 angeführte Lit.; s. auch Schmidinger , Patriarch, S. 31; Paschini , Storia3 , S. 192.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 1644, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0931-10-00_1_0_1_3_3_210_1644
(Abgerufen am 20.01.2017).