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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Hugo empfängt eine Gesandtschaft der (römischen Stadtherrin) Marozia, die ihm nach dem Tod ihres Gemahls Wido (von Tuszien) eine Eheschließung und die Herrschaft über Rom anbietet (Marozia ... nuntios suos post Widonis mariti sui mortem Hugoni regi dirigit eumque invitat, ut se adeat Romamque nobilissimam civitatem sibi adsumat. Hoc autem non aliter posse fieri testabatur nisi eam rex Hugo sibi maritam faceret ).

Überlieferung/Literatur

(Liutprand, Antapodosis III, 44, ed. Becker , S. 96 (ed. Chiesa , S. 90f.). Vgl. Benedikt v. S. Andrea [c. 32], ed. Zucchetti , S. 165: Mater Albericus principis Romani legatos mittens a [lies ad ] Ticine civitatis ad Hugo quedam rex Langobardo, ut sibi matrimonio copularet .)

Kommentar

Wido von Tuszien, ein Halbbruder Hugos (vgl. Reg. 1477 u.ö.), war wahrscheinlich 929 verstorben (Reg. 1592). Der Gesandtschaft vorauf ging sicherlich auch der Tod von Hugos zweiter Gemahlin Alda, der Mutter Lothars, die zuletzt 930 September 16 bezeugt ist (D 25 = Reg. 1602; D †29 [Reg. †1648] muß außer Betracht bleiben), zu einem gleichfalls unbekannten Zeitpunkt. Da Hugo Mitte 932 nach Rom aufbrechen sollte (Reg. 1657), wird Marozia am ehesten im Verlauf des Jahres 931 an ihn herangetreten sein. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit der Mitkönigserhebung Lothars im April 931 (Reg. 1628), wie schon Hiestand , Byzanz, S. 164, vermutet hat, und zwar dergestalt, daß die durch die Königswahl Lothars dokumentierte unangefochtene Stellung Hugos Marozia zu ihrem Schritt bewog oder daß Hugo seinen Sohn angesichts des im Licht der Offerte der Marozia schon damals geplanten Romzuges (der sich dann aber aus unbekannten Gründen um ein Jahr verzögert hätte) zum Mitkönig erheben ließ. Zur Vorgeschichte des Romzuges scheint auch die Ausschaltung Lamberts von Tuszien im selben Jahr zu gehören, der seinem Bruder Wido 929 zunächst gefolgt war (Reg. 1641); vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 26f. -- Vgl. noch Hartmann , Geschichte III/2, S. 217; Fasoli , I re d'Italia, S. 121f.; Mor , L'età feudale I, S. 128; Brühl , Deutschland2 , S. 520; Maleczek , Überlegungen, S. 174. -- Zu Marozia, die von Liutprand nur verzerrt gezeichnet wird, vgl. bes. Reg. 1534.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 1646, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0931-00-00_2_0_1_3_3_212_1646
(Abgerufen am 23.01.2017).