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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Hugo verkehrt mit zahlreichen Konkubinen, darunter besonders mit einer gewissen Pezola von niederer Herkunft (vilissimorum servorum sanguine ), ferner mit Roza, der Tochter des Judex Walpert (vgl. Reg. 1608), sowie mit der Römerin Stephania (s. Reg. 1865).

Überlieferung/Literatur

(Liutprand, Antapodosis IV, 14, ed. Becker , S. 111f. (ed. Chiesa , S. 105).)

Kommentar

Liutprand erwähnt die Konkubinen im Zusammenhang mit seiner angeblich unwürdigen Behandlung der Berta von Hochburgund, die er im Dezember 937 geheiratet hatte (vgl. das folgende Reg.). Dabei stellt er die von ihm als schändlich gebrandmarkten Verhältnisse am Hof in Pavia ganz bewußt den untadeligen Sitten des ottonischen Hofs gegenüber; vgl. Buc , Hussies. Liutprand nennt auch die Spitznamen, die das Volk den drei Konkubinen Hugos gegeben haben soll. So hieß Pezola wegen ihrer Schönheit Venus, Roza wegen ihrer Eifersucht Juno, Stephania aber wurde Semele genannt (Semele war die Mutter des Dionysos, den sie mit Zeus gezeugt hatte; vgl. RE, s.v.). Da zwei der aus diesen Verbindungen hervorgegangenen Sprößlinge um 940 bereits geistliche Ämter erlangten (Regg. 1841 u. 1865), werden diese wohl schon vor der Heirat mit Berta, spätestens nach dem Tod der zweiten Gemahlin Hugos, Alda, die im September 930 das letzte Mal bezeugt ist (Reg. 1602), geknüpft worden sein, vielleicht aber schon früher; vgl. Reg. 1608. -- Zu Roza und ihrem Vater Walpert vgl. neben Reg. 1608 noch Reg. 1609. Zu Stephania s. Reg. 1865. Allgemein zur illegitimen Nachkommenschaft Hugos vgl. Werner , Nachkommen, S. 465.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 1863, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0930-00-00_1_0_1_3_3_429_1863
(Abgerufen am 25.05.2017).