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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Hugo überträgt (concedimus, donamus atque largimur ) der (bischöflichen) Kirche von Triest (s. Tergestina ecclesia ) unter Bischof Radald auf Bitten seines Getreuen, des Bischofs Sigefred (von Parma), das Bistum "Sipari", das einst Pieve des Bistums Triest war, mit der Pieve Umago (Sipariensem episcopatum, qui olim plebs ipsius s. Tergestine ecclesiae fuit ... episcopatum Separiensis sive Humago plebs ipsius episcopii ) und allen Pertinentien, darunter die im Comitat Friaul gelegene insula Paciano (Panzano, Com. Monfalcone, Prov. Gorizia) und nimmt sie mit den genannten Besitzungen in seinen Schutz (sub nostrae tuicionis mundburdo ). -- Introitusverbot. -- Pön 100 Pfund Gold. -- Reccho canc. ad vicem Garlanni abbatis et archicanc. -- M. SR. -- a. inc. 929, a. r. Hu. 4, Ind. 2. -- "Noverit omnium".

Überlieferung/Literatur

(Kopie: Venedig, Arch. di Stato, Atti diplom. restituiti dal Governo austriaco, n. 219, imitierende Kopie 10./11. Jh. (B). -- Drucke: Hormayr , Hist.-statist. Archiv 2, Nr. 7 S. 219-221 = Kandler , CD Istriano I, a. 929 [fol. 94]; Schiaparelli , I Diplomi di Ugo e di Lotario, Nr. 22 S. 65-68. -- Regg.: B 1385; Cipolla , Fonti edite, Nr. 206 S. 64.)

Kommentar

Der Auffassung von Schiaparelli , Ricerche V, S. 203-206 (vgl. bereits Dümmler , Urkunden, S. 298), wonach D 22 in jenen Passagen interpoliert wurde, in denen von einem Bistum "Sipari" die Rede ist (dessen Existenz Schiaparelli abstreitet), hat insbesondere Paschini , Antichi episcopati, S. 139-142, widersprochen (vgl. auch Leicht , Besprechung, S. 351). Danach hätte es tatsächlich ein Bistum "Sipari" südlich von Capodistria an der Küste Istriens unweit des heutigen Umago (kroat. Umag) gegeben (die Zerstörung der urbes Umago, Cittanova, Sipari und Rovigno durch die Slawen um ca. 875 meldet Johannes diac. Venetus [III, 14], ed. Monticolo , S. 122, bes. Z. 12-13; ed. Berto , S. 136), das um 929 nur noch auf dem Papier gestanden habe und das damals von König Hugo mit allen Pertinentien dem Bistum Triest übertragen worden sei. Vorsichtiger beurteilt die Echtheitsfrage jetzt wieder Krahwinkler , Friaul, S. 292. -- Dem Schreiber von B, der sich bemüht hat, ein Original zu imitieren (Schiaparelli glaubt, daß von seiner Hand auch das Spurium Berengars I. für Triest von angeblich 911 stammt [Reg. 1241]), lag, was auch Schiaparelli nicht abstreitet, eine echte Urkunde Hugos vor, die von den schon aus D 20 (Reg. 1564) bekannten Kanzleikräften mundiert wurde. Der größte Teil des Kontextes sowie Rekognition und Datierung (vgl. das folgende Diplom) sind nicht zu beanstanden. Allgemein zum Bistum Triest Kehr, Italia pontificia VII/2, S. 207ff., bes. S. 209; Schwartz , Besetzung, S. 41f. -- Einen Zusammenhang mit dem Ungarneinfall des Jahres 928 vermutet Tamaro , Storia di Trieste I, S. 60, ohne allerdings auf die Echtheitsfrage einzugehen (vgl. dort auch zu Bischof Radald oder Radold). 948 hat Lothar d. Jüngere für den dortigen Bischof Johannes geurkundet (Reg. 2108). -- Bei dem intervenierenden Bischof Sigefred handelt es sich um den ehemaligen Kanzler Hugos; vgl. bes. D 1 (Reg. 1490).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 1582, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0929-08-07_1_0_1_3_3_148_1582
(Abgerufen am 21.07.2017).