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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Hugo nimmt den Georgius mit seinen Söhnen Alberich, Gandulf und Frodger, habitatores terretorium Balneensis (Bagno di Romagna, Prov. Forlì), die ihn im suburbium civitatis Ortensium (Orte, Prov. Viterbo?) aufgesucht haben, mit ihrem ganzen Besitz im Gebiet von Bagno (di Romagna, Prov. Forlì) sowie in der Grafschaft (lies: in den Grafschaften) Montefeltro (vgl. Novafeltria, Prov. Pesaro e Urbino), Bobbio (Com. Sarsina, Prov. Forlì), Cesena (Prov. Forlì), Rimini (Prov. Forlì), Città di Castello (Prov. Perugia) und Arezzo wie überhaupt in der ganzen Romania (Exarchat), in Tuszien sive Italia (das Regnum Italiae im engeren Sinne), im Gebiet von Spoleto und am Meer (circa maris littoribus ) mit allen Pertinentien, darunter den durch Kauf von Garard erworbenen Forst (foresta quem tenetis per comparationem cartulam da Garardus ) in ungenannter Lage, in seinen Schutz (mundburdimus ). -- Bannum nostrum 2000 Mankusen Gold. -- Siegelankündigung. -- SI D. -- Ohne Eschatokoll.

Überlieferung/Literatur

(Angebl. Or. Arezzo, Arch. Capitolare, Canonica, perg. n. XXXIII, um 1000 (A). -- Drucke: Muratori , Antiq. Ital. I, Sp. 271-272 (zu 928), aus A = Fantuzzi , Mon. Ravennatis eccl. IV, Nr. 9 S. 172-173; Pasqui , Documenti di Arezzo I, S. 82-83 in Anm. 1, aus A; Schiaparelli , I Diplomi di Ugo e di Lotario, Nr. 10 S. 32-34. -- Vgl. Schneider , Reichsverwaltung, S. 96, 101. -- Reg.: Cavarra , Regesto, S. 440 Nr. 121, zu Pavia 927-931 (ohne Berücksichtigung der Edition Schiaparelli ).)

Kommentar

Daß es sich bei D 10 um ein Spurium handelt, bedarf keiner umständlichen Beweisführung; vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 191-193. Besiegelung und einzelne Diktatmerkmale, die für die Benutzung einer Mundurkunde sprechen, denen aber Schrift und Chrismon, die eher für ein Placitum charakteristisch sind, widersprechen, legen es nahe, daß der Fälscher ein Placitum ausgeschrieben hat, in das eine Mundurkunde Hugos inseriert war; vgl. Schiaparelli , a.a.O. -- Von besonderem Interesse für das Itinerar Hugos, über das wir 927 nur sehr schlecht informiert sind, ist das in der Narratio wahrscheinlich genannte Orte (Prov. Viterbo), das sich etwa im Hochsommer 927, nachdem Hugo Ende Juli den Apennin überquert hatte (vgl. Regg. 1523 u. 1524) und wohl auf Rom zustrebte (vgl. aber Reg. 1534), gut in das Itinerar einfügt; vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 15; Fasoli , I re d'Italia, S. 111. Möglicherweise lag dem Fälscher eine Urkunde Hugos vor, aus der er von einem Aufenthalt des Königs in Orte erfuhr. Es ist jedenfalls sonst kaum erklärbar, warum der Fälscher, dem es um Besitz im Grenzgebiet von Tuszien und dem Exarchat, der späteren Romagna, ging, ausgerechnet auf Orte verfallen sein sollte. Aus dem gleichen Grunde ist es auch ganz unwahrscheinlich, daß mit der civitas Ortensium nicht Orte bei Rom, sondern das südlich von Pescara an der Adriaküste gelegene Ortona (Prov. Chieti) gemeint sein sollte. -- Vgl. auch Buzzi , Ravenna, S. 160; Heidrich , Ravenna, S. 25, 33; Delumeau, Arezzo I, S. 234.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. †1529, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0927-00-00_2_0_1_3_3_95_1529
(Abgerufen am 20.10.2017).