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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Hugo bestätigt der (bischöflichen) Kirche von Asti (s. Astensis ecclesia ) unter Bischof Audax auf Bitte des Pfalzgrafen Giselbert (Giselbertum sacri palacii comitem et dilectum nostrum fidelem ) zu seinem Seelenheil den gesamten urkundlichen Besitzstand (omnia que per precepta aliorum regum vel imperatorum nec non que per cartarum instrumenta ... oblata sunt ) und bekräftigt die Immunität und die Befreiung von öffentlichen Abgaben und Zöllen. -- Pön 100 Pfund Gold. -- Sigefredus canc. episcopus iussu regio. -- M. -- a. inc. 926, a. r. 1, Ind. 15. -- "Si sacris".

Überlieferung/Literatur

(Kopien: Turin, Arch. di Stato, Sez. Ia , Biblioteca antica, Ms. J.b.VI.29: "Libro Verde d'Asti", fol. 97, Kopie von 1353 Juli 1 (D); ebd., Benefizi di qua' dai monti, Misc. II, n. 3, 17. Jh., fol. 244v (E); ebd., Vescovadi, Asti, mazzo I, n. 6, 18. Jh. (F). Zahlreiche Kopien und Auszüge, die für die Textherstellung keine Rolle spielen, verzeichnet Schiaparelli , I Diplomi di Ugo e di Lotario, S. 14. -- Drucke: Ughelli , Italia sacra IV1 , Sp. 491 = IV2 , Sp. 345 (kurze Auszüge); Diplomata pro Astensi ecclesia, S. 10 (anonymer Druck 18. Jh. in der Bibl. Nazionale zu Turin); Hist. patriae Mon., Chart. I, Nr. 76 Sp. 128-129; Assandria , Il libro verde d'Asti II, Nr. 305 S. 184-186; Schiaparelli , I Diplomi di Ugo e di Lotario, Nr. 4 S. 14-17. -- Reg.: B 1374.)

Kommentar

Nachdem Hugo im August bereits mit Verona die Stammlande Berengars I. aufgesucht hatte (D 1), ist er im Herbst auf seinem weiteren Umritt in das nordwestliche Oberitalien gezogen und hat dabei anscheinend auch die Markgrafschaft Ivrea aufgesucht, das Herrschaftszentrum seiner Halbschwester Ermingarda (vgl. Reg. 1491, Kommentar) und ihres Stiefsohns Berengar II., des Enkels Berengars I.; vgl. Fasoli , I re d'Italia, S. 110. Diese hatten schon unter König Rudolf II. von Hochburgund ihre Herrschaft bis nach Asti ausgedehnt (Reg. 1426); vgl. Sergi , Confini, S. 62ff., bes. S. 67f. Wann genau Hugo, der zuletzt am 4. September in Pavia bezeugt ist (Reg. 1493), in die Gegend um Asti gezogen ist, ist nicht bekannt; schon Ende November treffen wir ihn wieder in Pavia an (das folgende Reg.). -- Wie die Nachzeichnung des Eingangschrismon in D nahelegt, wurde D 4 vom Schreiber des D 2 (Reg. 1491), wahrscheinlich einem Provenzalen, mundiert. Im übrigen folgt der Text wörtlich der VU Berengars I. von 904 (Reg. 1177). Allgemein zur komplizierten und ungünstigen Überlieferung der Herrscherurkunden des Bistums Asti, die sich in zwei Gruppen einteilen läßt, vgl. Schiaparelli , Vorbemerkung; s. schon Regg. 1139 u. 1140. Zum Kanzler Sigefred, der hier erstmals als Bischof (von Parma) begegnet, s. bes. Reg. 1490 (Kommentar); s. auch das folgende Reg. Warum der Erzkanzler Beatus in der Rekognitionszeile hier und in dem folgenden Diplom ausnahmsweise nicht genannt wird, ist unklar; vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 58. Der Petent, der Pfalzgraf Giselbert, ist schon in D 2 (Reg. 1491) begegnet; vgl. dort. -- Zu inhaltlichen Aspekten und zu Bischof Audax von Asti, der hier zum letzten Mal bezeugt ist, vgl. die Reg. 1177 genannte Lit.; s. bes. Rossetti , Signorie di castello, S. 288 (S. 127). Vgl. noch Cipolla , Di Brunengo, S. 400; Ders ., Di Audace, S. 163-168 u. passim; Manaresi , Alle origini, S. 259-263, bes. S. 262.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 1499, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0926-11-12_1_0_1_3_3_65_1499
(Abgerufen am 29.05.2017).