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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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König Rudolf (II. von Hochburgund), der König Heinrich (I. von Ostfranken) aufgesucht hat (vgl. D H.I.11), übergibt diesem auf dessen inständiges Bitten und Drohen (minis terrere ) hin nach langem Zögern persönlich die Heilige Lanze (Rodulfi regis cor emollivit iustoque regi iuste petenti cominus tradidit ), die er vom Grafen Samson erhalten hatte, woraufhin ihm Heinrich einen nicht geringen Teil Schwabens (Suevorum provinciae parte non minima ) (mit Basel) abtritt (Liutprand).

Überlieferung/Literatur

(Liutprand, Antapodosis IV, 25, ed. Becker , S. 118f. (ed. Chiesa , S. 111-113), ohne Ortsangabe und Datierung. Vgl. D H.I.11 (Worms, 3. November): praesente domno rege Ruodolfo .)

Kommentar

Heinrich I. ist auch noch am 4. November in Worms, wo er einen Hoftag abhielt (magnum conventum , vgl. B-O 13a), bezeugt (D H.I.12). Daß mit dem in der Urkunde Heinrichs I. erwähnten rex Ruodolfus der gleichnamige König von Westfranken ("Raoul de Bourgogne") gemeint sein sollte (zu diesem s. bes. Reg. 1469; vgl. auch Mayer , Alpen, S. 67f.; Ders ., Rundschreiben), ist wenig wahrscheinlich. -- Beste Übersicht über die reiche Kontroversliteratur zur Lanzenfrage bei Hlawitschka , Frankenreich, S. 208-210. Im Unterschied zur Mehrzahl der Autoren vertreten vor allem Hiestand , Byzanz, S. 172f., sowie Mayer , Alpen, S. 64-67, mit beachtlichen Gründen die Auffassung, daß es nicht schon in Worms, sondern erst sehr viel später, nämlich beim Herrschertreffen von Ivois 935, zur Lanzenübergabe gekommen sei; vgl. Schieffer , Einleitung, S. 10. Daß mit dem Besitz der Heiligen Lanze Herrschaftsansprüche auf Italien verbunden waren, wie die deutsche Forschung generell annimmt, erwähnt Liutprand, der den siegbringenden Reliquiencharakter der Lanze in der Nachfolge Konstantins d. Gr. ganz in den Vordergrund stellt, im übrigen mit keinem Wort. -- Zu Graf Samson s. schon Regg. 1260, 1372 u.ö. -- Möglicherweise ist schon damals die Gesandtschaft König Hugos, die Liutprand, Antapodosis III, 21 erwähnt (s. Reg. 1509), am Hof Heinrichs I. erschienen.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 1498, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0926-11-00_1_0_1_3_3_64_1498
(Abgerufen am 23.07.2017).