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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Der (von Papst Johannes X. abgesetzte und) aus Lüttich vertriebene Bischof Hilduin (propria sede expulsus ) zieht an den Hof des mit ihm verwandten Hugo (cui affinitatis linea iungebatur ), der ihn ehrenvoll aufnimmt (honorifice ab eo susceptus ) und mit dem (seit dem 10. August 928 vakanten) Bistum Verona versorgt (Veronensem ei episcopatum ad stipendii concessit usum ).

Überlieferung/Literatur

(Liutprand, Antapodosis III, 42, ed. Becker , S. 95 (ed. Chiesa , S. 89).)

Kommentar

Das Bistum Verona war durch den Tod Bischof Notkers, der noch am 1. August 928 geurkundet hatte (Reg. 1549), vakant geworden; vgl. Savio , Vescovi. Lombardia II/1, S. 353. In einer Charta des vassus regius Milo, des späteren Grafen Milo von Verona, von 929 Juli 11 wird Hilduin als Bischof von Verona mit aufgeführt: per datam licentiam domni Ilduini venerabilis et egregii pontificis s. Veronensis ecclesie (s. Reg. 1571). Wann Hilduin an den Hof Hugos gezogen ist, ist unklar. Liutprand stellt einen vagen zeitlichen Zusammenhang (eodem tempore ) mit der Empörung der Paveser Richter Walpert und Gezo her, die aber nicht genau zu datieren ist (Reg. 1609). In Hilduins Begleitung befand sich Rather von Verona, der zuvor Mönch im Kloster Lobbes gewesen war. In der Literatur wird zumeist angenommen, daß dieser etwa Ende 926 nach Italien aufgebrochen sei (vgl. Cervato , Terzo periodo, S. 64), was wohl den frühestmöglichen Zeitpunkt (nach der erst im Juli 926 erfolgten Königserhebung Hugos) darstellt. Papst Johannes X. hatte den Lütticher Gegenspieler des Hilduin, Richar, bereits am 4. November 921 geweiht (B-Z2 61). Hilduin wurde etwa Mitte 931 Erzbischof von Mailand (vgl. Reg. 1633), Rather damals Bischof von Verona (vgl. B-Z2 107; allgemein zu Rather s. Jacobsen , Rather, Sp. 1013-1032; Weinrich , Brieffragmente; Cavallari , Raterio; Leonardi , Raterio; Cervato , Terzo periodo; Ders ., Vescovo itinerante). Vgl. noch Mor , Dalla caduta, S. 102; Zimmermann , Streit, bes. S. 36; Series episcoporum V/I, S. 61f.; Castagnetti , Minoranze, S. 113-134; Staubach , Graecae Gloriae, S. 354-356; Grendele , Vescovi veneti, S. 248. Zu Notker von Verona s. schon Reg. 1490 u.ö.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 1569, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0926-07-11_1_0_1_3_3_135_1569
(Abgerufen am 24.01.2017).