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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,3

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Hugo trifft sich mit Papst Johannes (X.) und schließt mit ihm ein Bündnis (foedus cum eo percussit ).

Überlieferung/Literatur

(Liutprand, Antapodosis III, 17, ed. Becker , S. 81 (ed. Chiesa , S. 75). Danach Gregor v. Catino, Chron. Farf., ed. Balzani I, S. 303. -- Regg.: B-Z2 79; Hack , Empfangszeremoniell, S. 631.)

Kommentar

Liutprand gibt an, daß Hugo schon nach kurzer Zeit (post paululum ) von Pavia aus nach Mantua gezogen sei. Die Entfernung zwischen beiden Städten beträgt etwa 150 km, war also auch bei langsamen Zug gut in einer Woche zu bewerkstelligen. Wenn man davon ausgeht, daß die erste überlieferte Urkunde Hugos (Verona, 7. August, s. das folgende Reg.) erst nach dem Treffen ausgestellt wurde und wenn man weiterhin berücksichtigt, daß Hugo nach der Königserhebung sicherlich noch einige Tage in Pavia verbracht haben wird, so ergibt sich die vorgeschlagene zeitliche Einordnung des Treffens; vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 13. -- Hiestand , Byzanz, S. 160, vermutet (unter Berufung auf Gerstenberg , Entwicklung, S. 21f.; Venni , Giovanni X, S. 123ff.), daß der Papst dem neuen König Italiens in Mantua die Kaiserkrone in Aussicht gestellt habe. Hugo soll dafür dem Bruder des Papstes, Petrus, den Dukat von Spoleto verliehen haben. Dieselbe, allerdings in den Quellen nicht zu erhärtende Hypothese einer schon damals verabredeten Kaiserkrönung hat auch Mor , L'età feudale I, S. 161f., vertreten; vgl. auch Drabek , Verträge, S. 64. Daß es in Mantua dem Papst vor allem um die Verhältnisse im Dukat von Spoleto ging (vgl. Reg. 1523), kann man auch dann vermuten, wenn die Kaiserkrönung noch nicht Thema des Treffens war. Wahrscheinlich stand auch die Anerkennung der päpstlichen Herrschaft im Exarchat von Ravenna auf der Tagesordnung; vgl. Buzzi , Ravenna, S. 159. -- Der ungewöhnliche Ort der Zusammenkunft mochte vielleicht auch die Erinnerung an Kaiser Ludwig II. wachrufen, der Mantua nach Pavia zur wichtigsten oberitalischen Residenz gemacht hatte; vgl. Regg. 87, 127, 149, 156, 158 u.ö. Der Zug des Papstes dorthin signalisierte jedenfalls von vornherein dessen Interesse an einer Übereinkunft mit Hugo. Hugo wiederum mag es vor allem darum gegangen sein, möglichst schnell seine Herrschaft auch in der alten nordöstlichen Kernlandschaft Berengars I. zur Geltung zu bringen (vgl. das am 7. August in Verona ausgestellte D 1 = das folgende Reg.). Vgl. noch Poupardin , Le royaume de Provence, S. 221f.; Vicinelli , Bologna, S. 63; Fasoli , I re d'Italia, S. 101 Anm. 3; Maleczek , Überlegungen, S. 174. -- Im Laufe des Juli wurde Hugo allgemein als neuer König des Regnum Italiae anerkannt, wie die Datierungen der Privaturkunden zeigen; vgl. Schiaparelli , Ricerche V, S. 12f. Im Juni hatte man in Oberitalien noch nach Rudolf II. von Hochburgund datiert (Reg. 1486). -- 925/26 hat Papst Johannes X. auch für St. Ursula in Köln geurkundet: B-Z2 69; Schieffer , Germania pontificia VII, S. 161f. Nr. 1.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,3 n. 1489, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0926-07-00_1_0_1_3_3_55_1489
(Abgerufen am 30.03.2017).