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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Rudolf überläßt dem Bischof Wido von Piacenza und seiner Kirche (Vuidoni egregio pontifici suaeque s. Placentinae ecclesiae) auf Bitten des Erzbischofs Lampert (von Mailand) und der Grafen Giselbert (von Bergamo), Samson und Wilhelm einen Abschnitt der öffentlichen Mauer der Stadt Pavia (quandam partem muri publici Ticinensis civitatis) in der genannten Ausdehnung mit dem parallel verlaufenden öffentlichen Weg zu freiem Eigen (proprie habendum concedimus) mit der Maßgabe, zwar nach eigenem Ermessen die Mauer zu bebauen, den freien Zugang aber aufrecht zu halten (facultatem habeant ... super murum ipsum et viam quae voluerint aedificare, ita ut transeuntium aditus non intercludatur). - Pön 100 Pfund Gold. - Manno canc. ad vicem Beati episcopi et archicanc. - a. inc. 924, a. r. in It. 3, Ind. 12. - "Quotiens fidelium". 

Überlieferung/Literatur

Keine handschriftl. Überlieferung. - Drucke: Campi, Dell'historia di Piacenza I, Nr. 45 S. 483 = CD Langob., Nr. 513 Sp. 878-879; Schiaparelli, I Diplomi italiani di Rodolfo II, Nr. 11 S. 125-127. - Regg.: Dümmler, Gesta, Nr. 11; Dufour, Nr. 26. Vgl. Hudson, Pavia, Tab. 3 Nr. 10, S. 301.

Kommentar

Das ohne Ortsangabe und Tagesdatum ( Campi läßt eine Lücke zwischen Data und anno, konnte also den Ortsnamen und den Tag nicht lesen) überlieferte D 11 könnte zusammen mit DD 7-9 (Regg. 1423-1425) im November in Verona ausgestellt worden sein, wie Schiaparelli, Vorbemerkung, wegen der Intervenienten vermutet hat (vgl. unten). Das Diktat ist selbständig. - Der Druck Campis ist auch sonst lücken- und fehlerhaft; so dürfte Giselbertum qui et Sanson in der Interventionsformel sicherlich verderbt sein. Daß es sich um zwei verschiedene Grafen handelt, haben schon Hofmeister, Hl. Lanze, S. 18ff., und Fasoli, I re d'Italia, S. 237f., betont; vgl. Hlawitschka, Franken, S. 187 Anm. 7. Zu Erzbischof Lampert von Mailand vgl. zuletzt Reg. 1424. Bischof Wido von Piacenza war Intervenient in D 7 (Reg. 1423). Zu den drei Grafen vgl. Hlawitschka, Franken, S. 186-188, 259-262 u. 291; Tabacco, Aristocrazie, S. 260; speziell zum Grafen Wilhelm, dem Stammvater der Aleramiden, s. Merlone, Prosopografia aleramica, S. 459-465, 586; Sergi, Anscarici, S. 16. - Das im Kontext erwähnte Haus der Kirche von Luni (S. 126 Z. 15) in Pavia wird auch in D Lo.I.97 ( B-Zi 39) genannt. - Vgl. Settia, Castelli, S. 114 Anm. 97; Hudson, Pavia, S. 301 Nr. 10.

Ughelli II2, Sp. 205, erwähnt ohne Quellenhinweis mit gleicher Datierung eine weitere Urkunde Rudolfs für Bischof Wido von Piacenza, angeblich eine Bestätigungsurkunde der Schenkungen Berengars für diesen ("Obtinuit Vvido a Rodulpho Imp. confirmationem privilegiorum olim a Berengario Rege Cathedrali S. Antonini concessorum"): Datum anno Dom. Incarn. 924. Domini vero Rodulfi piissimi Regis in Italia 3. Ind. 12. in Christi nomine feliciter. Amen. Das von Dufour, Nr. 27, berücksichtigte vermeintliche Deperditum ist überaus fraglich, da der zitierte Text mit den fehlenden Angaben von Ort und Tagesdatum wörtlich mit dem Druck Campis (s.o.) der oben regestierten Urkunde Rudolfs übereinstimmt. Da dieser Passus in der 1. Auflage Ughellis (II, Sp. 255) noch fehlt, wird er in der 2. Auflage nach Campi nachgetragen worden sein.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1427, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0924-00-00_1_0_1_3_2_1438_1427
(Abgerufen am 26.06.2017).