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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Placitum des Grafen von Bergamo und missus domni regis Giselbert, in villa Bonate, qui dicitur Superiore (Bonate Sopra, Prov. Bergamo), ad basilica beate Sancte Dei genetricis Marie, unter Mitwirkung des Vicegrafen von Bergamo, Vualdo, der Königsrichter (iudices domni regis) Lazarus, Lanfrancus und Leo, sowie zahlreicher Beisitzer, in dem der Klage des Bischofs Adalbert von Bergamo und seines advocatus, des Petrus scavinus comitatu istius Bergomensis, wider die Brüder Garibald und Autprand, Söhne des verstorbenen Tunibertus de Piviningo, die Besitzungen der Kirche S. Alessandro in Bergamo im Ort Ruchocingo (Ricengo, Prov. Cremona) in Besitz genommen haben und sich bislang trotz königlicher Aufforderung (s. Reg. 1384) keinem Gericht gestellt haben, stattgegeben wird, indem die Kläger salva querela mit den Ländereien per fuste investiert werden. - Königsbann von 2000 Mankusen Gold. - Petrus not. - a. Ru. in It. 1, Ind. 11. - Unterschriften u. a. des Grafen Giselbert und der drei Königsrichter.

Überlieferung/Literatur

Placitum, ed. Manaresi, Placiti I, Nr. 132 S. 494-497; ed.ed. Pergamene di Bergamo, Nr. 65 S. 105-107 (mit Faksimile). - Reg.: Hübner, Nr. 860. Vgl. Krause, Missi dominici, Nr. 204 S. 280; Rosenwein, Family Politics, S. 273. - Teilabb. Petrucci/Romeo, Scrivere, Taf. 5 (nach S. 46).

Kommentar

Bei Graf Giselbert handelt es sich um jenen Grafen, der 921/22 im Auftrag der italischen Großen Rudolf ins Land gerufen hat (s. Reg. 1373, Kommentar) und seitdem einer seiner engsten Vertrauten ist; vgl. Hlawitschka, Franken, S. 186-188; Keller, Struktur, S. 210f.; Jarnut, Bergamo, S. 30-32. - Zur Sache s. Jarnut, a.a.O., S. 31; zum Vicegrafen Vualdo Hlawitschka, Franken, S. 278; Jarnut, a.a.O., S. 89. Zu S. Alessandro, einer der beiden Kathedralkirchen in Bergamo, vgl. Picasso, Canoniche. Zu Bischof Adalbert von Bergamo s. zuletzt Reg. 1382. - Die genannten Königsrichter sind mehrfach nachweisbar. Zahlreiche Personen des Umstands lassen sich an gleicher Stelle auch in einem Placitum des Jahres 919 (Reg. 1342) nachweisen; vgl. Rosenwein, Family Politics, S. 273. Zu Lazarus s. zuletzt Reg. 1359, zu Lanfrancus Reg. 1334, zu Leo Reg. 1312. Allgemein zum Verfahren s. Sutherland, The Italian placitum, S. 96.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1386, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0923-01-00_1_0_1_3_2_1397_1386
(Abgerufen am 28.06.2017).