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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Rudolf, an den anläßlich eines Aufenthalts in Parma (Reg. 1381) die Kanoniker der dortigen Kathedrale durch den Markgrafen Adalbert (von Ivrea) (per Adalbertum inclitum marchionem dilectum fidelem nostrum) herangetreten sind, bestätigt diesen (ipsos canonicos et eandem canonicam) die kürzlich verbrannten Rechtstitel (precepta decessorum nostrorum ... quae in repentino incendio cremata noscuntur), insbesondere die Schenkungen des Bischofs Wibodo (von Parma) und der Nonne (Deo dicata) Vulgunda sowie die Schenkungen der verstorbenen Gräfin Berta und ihres Sohnes, des Grafen Wifred (II. von Piacenza), erlaubt ihnen, ihren Besitzstand durch Inquisition oder Eid nachzuweisen (de rebus suis tanquam pars nostra publica pervicinos inquistum habeant aut per sacramenta eas defendant) und bekräftigt schließlich die Immunität und die Befreiung von allen öffentlichen Abgaben und Leistungen. - Manno canc. ad vicem Giselberti archicanc. - MF. SR. SI D. - a. inc. 922, a. r. in It. 1, in Burg. 12, Ind. 10. - "Omnium fidelium".

Originaldatierung:
(VI. Id. Dec., Papie)

Überlieferung/Literatur

Or. Parma, Arch. Capitolare, perg. sec. X, n. XXII (A). - Mehrere jüngere Kopien verzeichnet Schiaparelli, I Diplomi italiani di Rodolfo II, S. 100. - Faksimile: Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 28 (mit Regest). - Drucke: Muratori, Antiq. Ital. III. Sp. 53-54 = Origines Guelficae II, Nr. 32 S. 113-115; Affò, Storia di Parma I, Nr. 47 S. 328-329; Schiaparelli, I Diplomi italiani di Rodolfo n. Nr. 3 S. 100-103; Schiaparelli, Trascrizioni dei facsimili (dell'Arch. paleogr. ital.) vol. IX. Taf. 28, S. 108-112; Drei, Le carte parmensi I2, Nr. 27 S. 92-94. - Regg.: B 1492; Dümmler, Gesta, Nr. 3; Forel, Nr. 116; Dufour, Nr. 17.

Kommentar

Bei der dritten überlieferten Urkunde Rudolfs fallen Handlung (in Parma) und Beurkundung (in Pavia) auseinander; vgl. Reg. 1381. Das angegebene zwölfte burgundische Regierungsjahr paßt nicht zu 922, sondern ergibt 923, da Rudolf II. frühestens Ende 912 seinem Vater Rudolf I. in Burgund gefolgt sein kann; vgl. Schieffer, DD regum Burgund., Einleitung, S. 8; s. auch Schiaparelli, Ricerche IV, S. 26 Anm. 1. Die 10. Indiktion führt nur dann auf 922, wenn man Indictio Romana mit dem Wechsel zu Weihnachten oder zum 1. Januar annimmt. - Formal und inhaltlich wiederholt D 3 die VUU Berengars ( Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, Nr. 134 u. 135 = Regg. 1364 u. 1365, vgl. dort zu den genannten Personen). Das Eschatokoll, vielleicht auch der Kontext stammen von der Hand, die in D 7 (vgl. Reg. 1423) die Rekognitionszeile und die Datierung eingetragen hat; Schiaparelli, Ricerche IV, S. 17, 34-36, erwägt, daß es sich hier um den Rekognoszenten selbst handeln könnte. Das SR imitiert jenes aus aus der VU Berengars (s. Reg. 1364). Das ungewöhnliche signum manus in der Signumzeile läßt den Einfluß der gewöhnlichen Charta erkennen. Zum Monogramm vgl. Schiaparelli, Ricerche IV, S. 37-39 (mit Abbildungen aller Monogramme).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1383, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0922-12-08_1_0_1_3_2_1394_1383
(Abgerufen am 21.07.2017).